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Krachiger Kult in Kreuzberg – Klub Mahoni im BKA Berlin

Toni Mahoni (Foto © Andreas Muehe)

Toni Mahoni & Gäste: Klub Mahoni – Kritik

BERLIN (gc) – Toni Mahoni hat alle zwei Monate seinen Live-Auftritt. Dann setzt der Podcast-Star, Liedermacher und Küchentischphilosoph zum Sprung an, verlässt das Internet und kommt auf der Bühne des BKA (Berliner Kabarett Anstalt) zusammen mit Gästen offline wieder zum Vorschein. Für Kultveranstaltungen muss man eben nach Kreuzberg. Für jeden dieser Abende legt sich Toni Mahoni ein Thema zurecht. Diesmal soll es die Wahrnehmungsfalle sein. Er sitzt dabei an einem Küchentisch, ist leger gekleidet, nippt ab und zu an seinem Bier und zündet sich nur bei seinen selbst empfundenen Höhepunkten die Zigarette an.

Toni Mahoni berlinert sich durch den Abend. Es ist eine besondere Form von Integrationskurs, an der so mancher Ex-Bundesbanker und Möchtegern-Autor seine helle Freude hätte. Mahoni schweift durch das Programm und philosophiert. Seine Kernthese: Wir sehen nichts, und den Rest bilden wir uns ein. Was man halt nach ein paar Bier so philosophiert. Mahoni singt aber auch: Über die Liebe, die Ex des Pianisten und die Dehnbarkeit von Zeit. Er singt so kultig, wie es seine an Tom Waits erinnernde Stimme zulässt.

Manchmal heult er auch wie ein Wolf, und manchmal hat er so frische Texte, dass er vom Blatt singen muss. Seine aus fünf Musikern bestehende Band leistet dabei Großes, wenn sie im selben Stück von der Pop-Schnulze zu finnischem Humppa und wieder zurück wechselt. Kein Zweifel, die Musik dominiert den Abend. Der musikalische Fluss wird aber immer wieder vom Philosophieren mit den Gästen unterbrochen.

Da ist Nicola Rost, eine Sängerin mit fesselnder Stimme und fesselnder Persönlichkeit. Mit beidem begeistert sie das Publikum. Da ist das Bandmitglied Benno aus Brandenburg, das sein Wissen über das heimatliche Bundesland unter Beweis stellen muss. Und Meta, der Hard-Rocker, für dessen musikalischen Beitrag das anfangs verteilte Ohropax überlebenswichtig wurde. Trotz oder wegen der Lautstärke gerät das Publikum in Verzückung.

Einzig das Philosophieren mit Peppe Voltarelli gestaltet sich problematisch. Peppe, ein original italienischer Liedermacher, kommt nicht so recht aus sich und seinem lachsfarbenen Mantel heraus. Das liegt an den mangelnden Deutschkenntnissen. Die Fröhlichkeit seiner Songs hingegen begeistert die Massen. Der Klub Mahoni ist eine Ego-Show für alle teilnehmenden Künstler, garniert mit viel Musik. Manchmal wirkt er wie ein großer Tierversuch unter Bühnenscheinwerfern. Aber er ist eben Kult.

Gilles Chevalier © 2011 BonMot-Berlin Ltd.

nächste Termine:
Do, 26. Mai 2011: Berlin, BKA-Theater
Do, 28. Juli 2011: Berlin, BKA-Theater

www.tonimahoni.com

  1. Du hast noch keine Kommentare.
  1. 9. Januar 2013 um 07:31

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