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René Marik macht Schluss

René Marik (Foto: Ben Wolf)KÖLN (mk) – Autschn! Das tut weh, sehr weh: René Marik macht Schluss mit Maulwurfn. Also nicht sofort, aber bald. Naja, sooo bald auch wieder nicht, als dass man heute schon anfangen müsste zu flennen. 2012 wird er noch zwei Mal auf Tournee gehen – im Frühjahr und im Herbst – und einen Puppenfilm drehen.

Danach wird der blinde Maulwurf dorthin zurückkehren, woher er gekommen ist: in die Phantasie seines Schöpfers. Der findet, dass das Tier mit dem schwarzen Fell und der weißen Schnauze lange genug seine sprachlichen Eigenheiten ausposaunt hat. Mit dieser Meinung ist er aber vermutlich der Einzige weit und breit. Wir werden sie nämlich vermissen, die melancholischen und cholerischen, die prolligen und abgedrehten Figuren, mit denen der Puppenspieler unser Herz erwärmt und die Bühnen der Nation bereichert hat.

Wer erinnert sich nicht an „de Barbe“, jene arrogante Nudel, die dem Werben des Maulwurfs zu widerstehen vermochte? Selbst dem Hasskasper werden wir nachweinen. Ganz zu schweigen vom grasgrünen Frosch Falkenhorst, dem Berliner Eisbär Kalle und den beiden lakonischen Lappen, deren Existenz regelmäßig in eine Katastrophe mündete. Er wolle sich kein drittes Programm ausdenken müssen, sagt René. Kann man verstehen – auch dass er auf unbestimmte Zeit eine Pause einlegen will, in der er mit seiner gerade gegründeten Band Musik machen möchte.

Das Erfolgsgeheimnis des Puppenspielers, der 2008 den Prix Pantheon in der Kategorie „Frühreif und Verdorben“ erhalten hat, besteht zweifelsohne darin, dass seine Figuren mit all ihren Schwächen, ihrer stillen Einfalt und der partiellen Neigung zum Größenwahn zutiefst berühren. Der an der Ernst-Busch-Hochschule ausgebildete Puppenspieler beherrscht die Kunst, sich an die archaischen Wurzeln der Zuschauer vorzutasten und so das kollektive Gedächtnis zu aktivieren. Zum Trost: das Andenken an „Don Mercedes Moped“ und die Youtube-Queen Rapante wird bleiben – und vielleicht ein Fußabtreter, auf dem steht „Hage? Jemand ze Hage?“

Marianne Kolarik © 2011 BonMoT-Berlin

www.renemarik.de

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  1. 30. April 2012 um 23:03

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