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Georg Schramm als Bundespräsident? – Schöne Aussicht: Kabarett in Bellevue

Georg Schramm - Foto © Achim Käflein

BERLIN (bm) – „Politik muss kabaretttauglich sein!“ hat Rainer Ernst vor kurzem gefordert. Aber manchmal ist es auch umgekehrt. DSDSP – Deutschland sucht den Super-Präsidenten. In der Debatte um die Nachfolge von Christian Wulff bringen die Piraten ihren eigenen Kandidaten ins Spiel: Georg Schramm.

Unter der Überschrift „Bundespräsidentenwahl – Was wollen wir und wie wollen wir das?“ wird das Thema auf ihrer Homepage offen diskutiert. Ein Brief an seinen Agenten ist bereits vorformuliert und steht auf dem Piratenpad für Korrekturvorschläge bereit. Im Moment liefern sich ein ‚klaus‘ und ein ‚Herr Oberlehrer‘ dort ein hitziges Wortgefecht.


Obwohl und gerade weil heute nicht der 1. April ist, hier der Text im Original:

„Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten
Sehr geehrter Herr Schramm,
wir sind in der nächsten Bundesversammlung vertreten und möchten Sie als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten vorschlagen.
Die Bundesrepublik braucht abhängige Persönlichkeiten wie Sie, die das verkörpern, was sich die Mehrheit der Bevölkerung unter einem Staatsoberhaupt vorstellt und einzufordern wünscht.
Nicht die formalen Voraussetzungen werden von Ihnen erfüllt; auch ist Ihnen als passioniertem Kritiker von Polen und Gesellschaft die Lebenswirklichkeit der Menschen mit ihren Hoffnungen und Ängsten nahe.
Wir teilen Ihre ermüdlichen Forderungen nach tiefgreifenden Verbesserungen der Lebensumstände und hoffen gewinnen zu können, konkrete Perspektiven für den Einzelnen und die Allgemeinheit aus diesem Amt heraus zu erstreiten.
Wir halten Sie für den geeigneten Kandidaten, um kontroversen Debatten in unserem Land die notwendigen Impulse zu geben.
Uns ist bewusst, dass sich die Medienaufmerksamkeit hauptsächlich auf Ihre Kabarettrollen konzentriert, zumal Sie bereits als „Lothar Dombrowski“ ihre Kandidatur ankündigten. Wir lenken jedoch unsere Wertschätzung auf unser Vertrauen darauf, dass Sie ein modernes Europa repräsentieren und das Ansehen des Amtes stärken werden.
Wir freuen uns auf Ihre Antwort und erhoffen Ihre Zustimmung, Sie für das Präsidentenamt vorschlagen zu dürfen.
Mit freundlichen Grüßen“

Georg for PräsidentVermutlich sind „unabhängige“ und nicht „abhängige Persönlichkeiten“ gemeint, ebenso wie „unermüdliche“ statt „ermüdlichen Forderungen nach tiefgreifenden Verbesserungen“. Und vielleicht ist auch nicht Georg Schramm sondern seine Figur Lothar Dombrowski gemeint? Aber ist ja noch in Arbeit.

Bei Facebook haben sich inzwischen verschiedene Gruppen und Gefällt-mir-Seiten gegründet, deren Mitgliederzahlen und Gefällt-mir-Klicks rasant steigen. ‚Soll Georg Schramm Bundespräsident werden?‘, ‚Georg Schramm for Präsident‘, ‚Georg Schramm als Bundespräsident‘ und ‚Georg Schramm neuer Bundespräsident‘.

Der Gedanke ist allerdings nicht erst von gestern: Die Seite ‚Georg Schramm 4 Bundespräsident‘ existiert bereits seit Juni 2010! Aus dem Info:

„Spätestens im Jahr 2015 steht die Bundespräsidentenwahl an und es gibt nur einen Mann der im Stande ist uns alle zu repräsentieren. Georg Schramm beweist immer wieder, dass seine Aufmerksamkeit unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen gilt. Vom Rentner bis zum Pharmareferent gibt er den Menschen eine Stimme. Dass er politisch nicht vorbelastet ist, kann dabei nur als Vorteil gesehen werden. Über Charisma, wie es bei Christian Wulff viele Bürger vermissen, verfügt er jedenfalls.“

Auf der Georg-Schramm-Fan-Seite wird das Für und Wider abgewogen. Unentwegt rasseln neue Kommentare rein. Ein Andreas schreibt: „Georg Schramm als Bundespräsident … Ich bitte euch, der Mann hat wichtigeres zu tun! Soll doch bitte jemand anderes den Platz an der Pissrinne einnehmen.“

Genau! Am nächsten Sonntag, dem 26. Februar 2012, muss er nämlich nach Mainz fahren. Denn da wird im unterhaus der Deutsche Kleinkunstpreis 2012 verliehen. Georg Schramm erhält den Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz. Die Jury begründet, sie zeichnet „einen gradlinig-kompromißlosen Kabarettisten und renitenten Humanisten aus, der böse-brillant den verbalen Schwachsinn und die verlogenen Erscheinungsformen heutiger Wertverkäufer desavouiert.“ In der Sparte ‚Kabarett‘ hat er den Deutschen Kleinkunstpreis schon einmal 1991 erhalten.

Und Dieter Hildebrandt sagt: “Georg, sollte mir der Glaube an die wie immer geartete Wirksamkeit des Kabaretts abhanden gekommen sein, als Du kamst, hatte ich ihn wieder!” – Na, also!

Beate Moeller © 2012 BonMoT-Berlin









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  1. Du hast noch keine Kommentare.
  1. 22. Februar 2012 um 15:45

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