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Dziuks Küche: Freche Tattoos auf blutjungen Bankiers – Kritik

Danny Dziuk - Foto PRMitreißend, melancholisch, mächtig

BERLIN (gc) – Dziuks Küche, das sind Max Schwarzlose, Thomas Baumgarte und Hans Rohe – die Band um Danny Dziuk. Bereits vor vier Jahren erschien das Album „Freche Tattoos auf blutjungen Bankiers“, mit dem die vier unterwegs sind. Dass die Platte nichts von ihrer Aktualität verloren hat, bewies die Band in der Wabe in Berlin-Pankow.

Platz wäre noch für weitere Konzertbesucher gewesen, aber es blieb bei einer angenehm privaten Club-Atmosphäre. Die Bühne in der Wabe ist nicht besonders hoch, sodass sich Künstler und Publikum im wahrsten Sinne des Wortes auf Augenhöhe begegnen können. Besonders schön, wenn sich Band und Besucher dann noch so einig sind, wie an diesem Donnerstag.

Der Alt(e)Meister spielt eine Mischung aus Liedermacherei und Rock, und dies mit sehr persönlichen Texten. Da sind die Liebeslieder an Frauen und Städte, die feinen Beobachtungen des Yuppie-Getues und des alternativ erscheinenden Wesens. Die augenzwinkernde Beschreibung eines Gangs zur Bank, um Kredit zu bekommen. Oder das engagierte Stellungnehmen gegen die Dumpf- und Stumpfheit rechtsradikaler Schläger – letzteres wurde erstaunlicherweise nur mit sehr knappem Applaus gewürdigt.

Dziuks Küche f - Foto PRDanny Dziuk schreibt schon seit Jahren auch für andere Künstler. Für Wiglaf Droste entstand ein amüsanter Titel über die merkwürdigen Namen, die sich gewisse Handwerker geben: Es muss schon „Hairline“, „Joe’s Hairport“ oder „Kaiserschnitt“ sein – Friseur reicht einfach nicht mehr!

Auch mit Annett Louisan arbeitet er zusammen. Die meisten Lieder auf dem Album „In meiner Mitte“, das im März 2011 erschienen ist, stammen aus seiner Feder; unter anderem „Nimms nicht persönlich“, „Würdest Du“ und „Auf der Jagd nach Mr. Big“. Diese Songs klingen besonders interessant, wenn sie im Konzert von Danny Dziuk interpretiert werden.

Danny Dziuk spart sich die Star-Allüren und das Wort, wenn es nicht gesungen ist. Auf langatmige Moderationen verzichtet er ganz und stellt die Songs ins Zentrum. Das klingt unspektakulär, überzeugt aber im Ergebnis um so mehr: Zunächst synchronisiert er die Zuschauer mit ruhigen, langsamen Takten, um dann mit gehöriger Lautstärke und harten Rhythmen alle mitzureißen. Ein toller Abend, in dem Danny Dziuk glänzt. Er kennt das Geheimnis von Spannung und Entspannung, und weiß zwischen diesen Polen sicher umherzuschlendern.

Gilles Chevalier © 2012 BonMot-Berlin

www.dziuks-kueche.de

 
Freche Tattoos Cover

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