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Keyword: ‘Thilo Seibel’

Therapie zwecklos – Kritik Thilo Seibel

Thilo Seibel: „Wenn schon falsch, dann auch richtig“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Welche Torte ist am effektivsten? Nein, es ist nicht der Käsekuchen, es ist die Blaubeertorte, weil sie jede Menge irreversibler Schäden beim Empfänger hinterlässt. Wenn es nach Thilo Seibel geht, besitzt der solcherart Beschossene in der Regel diktatorische Qualitäten. „Wenn schon falsch, dann auch richtig“ heißt das Programm des Kölner Kabarettisten, mit dem er landauf landab unterwegs ist – und zeigt, was – und vor allem wer – in ihm steckt.

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Kategorien:Kabarett, Kritik

Da, des Pudels Kern – Kritik Butzko versus Seibel

10. Oktober 2014 Hinterlasse einen Kommentar

Seibel & Butzko - Foto © PR Thilo Seibel - Thorsten Kern - © BonMoT-Berlin _ Carlo WankaNeue politische Kabarett-Programme von HG.Butzko und Thilo Seibel

von Marianne Kolarik

KÖLN – Warum geht man eigentlich ins politische Kabarett? Diese Frage stellt HG.Butzko zu Beginn seines neuen Solos „Super Vision“ – und gibt in den folgenden eineinhalb Stunden eine plausible Antwort darauf: Hier wird dem Zuhörer klar gemacht, was Freund und Feind im Innersten zusammenhält. Ist schließlich nicht so einfach, den einen vom anderen zu unterscheiden.

Auch Thilo Seibel dröselt in seinem Programm „Das Böse ist verdammt gut drauf“ die – nur auf den ersten Blick komplizierten – Wechselwirkungen auf, mit denen sich die Guten von den Schlechten, die Heilsbringer von den Teufelchen, die Gottgesandten von den Verdammten trennen lassen. Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik, Premiere

Problemfall Automobil – Premierenkritik academixer

10. Februar 2019 Hinterlasse einen Kommentar

2019-02-03 Premiere Geile Karre - academixer - Foto © Carlo Werndl von Lehenstein 00285„Geile Karre“ – neues Programm der academixer

von Harald Pfeifer

LEIPZIG – In der Bühnenmitte steht eine Couch. Eine Dame und drei Herren spielen darauf und rundherum Kabarett. Die Überschrift (Geile Karre) ist das größte Klischee am Abend und das Sujet ein überaus populäres. Es geht ums geliebte wie gehasste Automobil samt aller aktuellen Diskussionen. Eine Massenbewegung, die längst die Politik auf eine Weise bestimmt, die mit Demokratie oft nicht mehr viel zu tun hat.
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Kategorien:Kabarett, Kritik, Premiere

Ungezügelt sündhaft – Sia Korthaus Premierenkritik

23. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Sia Korthaus Köln - Foto © Simin KianmehrSia Korthaus: „Lust auf Laster“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Nein, Fernfahrer hatten sich nicht ins Senftöpfchen-Theater verirrt, um alles über Laster zu erfahren. In „Lust auf Laster“, so der Titel des neuen Programms von Sia Korthaus, mit dem sie im Rahmen des Köln Comedy Festivals eine umjubelte Premiere feierte, ging es vielmehr um verbotene Leidenschaften wie Wollust („auch Lust kann zum Laster werden“), Völlerei und Faulheit – also ganz alltägliche „Sünden“, die das gewisse Etwas besitzen, kurz: sexy sind.

Dabei belässt es Korthaus allerdings nicht. Sie holt auch eine Vierjährige und die circa 90jährige Oma Emmi auf die Weiterlesen …

Die Wühlmäuse im Quasimodo – Premierenkritik

2. September 2016 Hinterlasse einen Kommentar

2016-09-01-zum-lachen-in-den-keller-001-foto-carlo-wankaGroße Eröffnung der neuen Reihe am 1. September 2016

von Carlo Wanka

BERLIN – Auf die neue Kooperation mit den Wühlmäusen und dem Jazz-Club Quasimodo hatten wir HIER schon hingewiesen. Nun war es so weit:

Die bunt gemischten Eröffnungs-Show von „Zum Lachen in den Keller“, solala moderiert von Lo Malinke, (Malediva), bot eine spanende Mischung. Als Gäste waren Michael Frowin, Lennart Schilgen, Markus Barth, Anna Schäfer mit Jochen Kilian (Piano) & Kim Jovy (Sax) und Kay Ray in der herausgeputzten Keller-Location zu erleben.

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Die Wühlmäuse im Quasimodo – Programmtipp

1. August 2016 3 Kommentare

Wühlmäuse im Quasimodo 300Große Eröffnung der neuen Reihe am 1. September 2016

von Beate Moeller

BERLIN – Auf die neue Reihe mit Kabarett und Comedy, die in Kooperation mit den Wühlmäusen demnächst über die Bühne des Jazz-Clubs Quasimodo fetzt, hatten wir HIER schon hingewiesen.

Nun steht auch das Programm der bunt gemischten Eröffnungs-Show von „Zum Lachen in den Keller“. Lo Malinke von Malediva wird moderieren. Als Gäste haben sich Michael Frowin, Lennart Schilgen, Markus Barth, Anna Schäfer & Jochen Kilian und Kay Ray angesagt.
Man darf sich also auf einen durchaus langen Abend einstellen… Weiterlesen …

Zum Lachen nun doch in den Keller

30. Juni 2016 1 Kommentar

Quasimodo-WühlmäuseNeue Kabarett-Reihe im Jazz-Club Quasimodo

von Beate Moeller

BERLIN – Noch eine Kabarett-Veranstaltung mehr in Berlin wird es ab September geben – eine Kooperation des Theaters „Die Wühlmäuse“ (Theodor-Heuss-Platz) und des Jazz-Clubs „Quasimodo“ (Kantstraße). Weiterlesen …

Ko(s)mische Zeitreise mit Sia Korthaus – Premierenkritik

28. Oktober 2014 Hinterlasse einen Kommentar

Sia Korthaus - Foto Simin Kianmehr„Sorgen? Mache ich mir morgen!“
beim 24. Köln Comedy Festival

von Marianne Kolarik

KÖLN – Das Alter sieht man ihr nicht an: Die junge Frau auf der Bühne des Senftöpfchen-Theaters in dem grau glänzenden Strampler behauptet, 86 Lenze zu zählen. Mmmh! Das kann doch nicht wahr sein. Ist es aber.

Denn wir befinden uns im Jahr 2054, man trägt tellergroße Live-Chips, aus dem Dollar sind Drachmen geworden und Alkohol ist verboten. Bereits seit 2035. Damals hieß die Bundeskanzlerin Ursula von der Leyen. Soweit zum Einstand in die Zukunft: Weiterlesen …

Kategorien:Comedy, Kabarett, Kritik, Premiere

Danke, Dieter Hildebrandt

20. November 2013 70 Kommentare

Dieter Hildebrandt - Foto © Rudolf Klaffenböck23. Mai 1927 – 20. November 2013

 

„Wer, wenn nicht er?“ – hieß es bei der Verleihung des Ehrenpreises zum Deutschen Kleinkunstpreis 2008. Dieter Hildebrandt hat dem deutschen Kabarett ein Gesicht gegeben. Sein Werk steht für sich.

 

Wir sind dankbar und traurig.

 

Heidrun Abels, Kabarett academixer, Kerstin Ackermann, Familie Agentur Alexia Agathos, Annamateur, Herbert Antl, Kleinkunstbühne Zehntscheuer Amorbach, Weiterlesen …

Kategorien:in memoriam, Kabarett

Kabarett zum Jahreswechsel 12/13

25. Dezember 2012 Hinterlasse einen Kommentar
Auf Nimmerwiedersehen 2012. Ein Jahr fliegt raus! Die Brauseboys-Jahresbilanz.

Auf Nimmerwiedersehen 2012

Auf Nimmerwiedersehen 2012. Ein Jahr fliegt raus!

Die Brauseboys-Jahresbilanz mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning | vom 20. Dezember bis zum 5. Januar 2013 in Berlin im Comedyclub Kookaburra , Tel. 030.48 62 31 86

Das Begleitbuch zur Jahresbilanz ist im Berliner Satyr Verlag erschienen: Brauseboys: Auf Nimmerwiedersehen 2012. Ein Jahr fliegt raus!, ca. 160 Seiten, 9,90 Euro

Homepage Brauseboys

Anny Hartmann - Foto: Dagmar Mendel

Anny Hartmann – Foto: Dagmar Mendel

Schwamm drüber

Der besondere Jahresrückblick 2012 mit Anny Hartmann – bis zum 3. Februar 2013 auf Tour durch Deutschland, am 10. Januar in Berlin bei den Wühlmäusen, Tel. 030.30 67 30 11 | hier geht’s zur liveundlustig-Kritik | hier geht’s zum Tourplan mit allen Terminen

Homepage Anny Hartmann

Der Kabarettistische Jahresrückblick 2012

mit dem Jahresendzeitteam: Bov Bjerg, Horst Evers, Hannes Heesch, Christoph Jungmann und Manfred Maurenbrecher | bis zum 12. Januar im Berliner Mehringhof-Theater, 20 Uhr, an vielen

Komm du ruhig her, du komischer Flughafen! - Foto David Baltzer/ Agentur Zenit

Komm du ruhig her, du komischer Flughafen! – Foto David Baltzer/ Agentur Zenit

Tagen auch um 16 Uhr, Restkarten werden aktuell hier bei Facebook veröffentlicht (sichtbar auch ohne Facebook Account), Tel. 030.691 50 99 | vom 13. bis zum 15. Januar in Berlin in der Komödie am Kurfürstendamm, Tel. 030.88 59 11 88 | vom 18. bis zum 20. Januar 2013 in Kiel im Metro-Kino im Schloßhof, Tel. 0431.220 78 90 | am 21. Januar 2013 Hamburg im Polittbüro, Kartentelefon: 040.280 55 467

Homepage Jahresrückblick

Holger Paetz – Foto: Erik Dreyer

Holger Paetz – Foto: Erik Dreyer

So schön war’s noch selten

Der satirische Jahresrückblick 2012 mit Holger Paetz – bis zum 24. Februar 2013 auf Tour durch Deutschland | hier geht’s zur liveundlustig-Kritik | hier geht’s zum Tourplan mit allen Terminen

Homepage Holger Paetz

Mia Pittroff - Foto © Kultus Köln

Mia Pittroff – Foto © Kultus

Jahreswechselbad

Thilo Seibel - Foto HP

Thilo Seibel – Foto HP

Jahresrückblick 2012 mit Mia Pittroff & Thilo Seibel – bis zum 27. Januar auf Tour durch Deutschland | am 6. Januar 2013 – Achtung: 16 Uhr! – in Berlin bei den Wühlmäusen, Tel. 030.30 67 30 11| hier geht’s zum Tourplan mit allen Terminen

Homepage Mia Pittroff – Homepage Thilo Seibel

Urban Priol - Foto © Axel Hess

Der Anstaltsleiter TILT, wenn er an 2012 zurückdenkt

TILT!

der Jahresrückblick 2012 mit Urban Priol – bis zum 19. Januar 2013 auf Tour durch Deutschland | am 11. Januar 2013 in Berlin in der UdK, Tel. 030.30 67 30 11| hier geht’s zum Tourplan mit allen Terminen

Homepage Urban Priol

Schlachtplatte

Jahresrückblick 2012 mit Robert Griess, Jens Neutag und Matthias Reuter. In diesem Jahr zum ersten Mal auch mit Frau: Barbara Ruscher darf mitspielen. – bis zum 22. Februar auf Tour durch Deutschland | am 27. und 28. Januar 2013 in Berlin in der Distel, Tel. 030.204 47 04 | hier geht’s zum Tourplan mit allen Terminen

Homepage Schlachtplatte

Florian Schroeder und Volkmar Staub – Foto © Frank Eidel

Florian Schroeder und Volkmar Staub – Foto © Frank Eidel

Zugabe 2012

Jahresrückblick 2012 mit Florian Schroeder & Volkmar Staub – bis zum 30. Januar auf Tour durch Deutschland | hier geht’s zur liveundlustig-Kritik | hier geht’s zum Tourplan mit allen Terminen

Homepage Florian Schroeder – Homepage Volkmar Staub

Ultimo

der 15. Jahresrückblick von Helga Siebert – bis zum 21. März 2013 auf Tour durch Deutschland | am 31. Januar 2013 in Hamburg im Polittbüro, Tel. 040.280 55 467 | hier geht’s zum Tourplan mit allen Terminen
Homepage Helga Siebert

Kategorien:Kabarett, News/ Termine

Erster Wettbewerbstag in Sankt Ingbert – Kritik

2. September 2012 8 Kommentare

Politisches Kabarett verschiedener Generationen und ein geflügelter Krimi

SANKT INGBERT (gc) – Die Stadthalle ist bis auf den letzten Platz ausverkauft. Philipp Scharri moderiert im schwarz-rot changierenden Anzug und sagt die Künstler in gereimten Versen an. An diesem ersten Abend des Wettbewerbs um die Sankt Ingberter Pfannen treten Thilo Seibel, Team & Struppi und die Queenz of Piano gegeneinander an.

Thilo Seibel - Foto HP„Das wird teuer“ heißt das Programm von Thilo Seibel. Er ist ein alter Bekannter des politischen Kabaretts, hat zusammen mit Lüder Wohlenberg bereits 2002 eine der Pfannen gewonnen und war auch 2010 beim Wettbewerb dabei.

Er berichtet von seinem Urlaub in einem Entwicklungsland: In Italien sei er sehr herzlich aufgenommen worden – insbesondere in den Tagen nach dem Halbfinalspiel der Fußball-EM. Der Schritt zum Thema Euro-Krise ist schnell gemacht und es ist auch klar, wer sie schultern wird. Teuer wird es für alle werden, besonders stark wird das der kleine Grieche auf der Straße spüren – Banken und Militärs eher weniger.

Doch Merkel und Sarkozy laufen sich am Strand schon die Füße platt, um das Schlimmste zu verhindern. Seibel schlüpft in Rollen der deutsch-französischen Euro-Retter Weiterlesen …

28. Woche der Kleinkunst in Sankt Ingbert

2. September 2012 Hinterlasse einen Kommentar

st-ing 2012 bannerKurzmeldung vom ersten Wettbewerbstag

SANKT INGBERT (bm) – Die 28. Woche der Kleinkunst hat am Samstag in Sankt Ingbert begonnen. In den kommenden Tagen kämpfen 12 Wettbewerbsteilnehmer um die begehrten Preise, die Sankt Ingberter Pfannen. http://www.liveundlustig.de berichtet aktuell über alle vier Wettbewerbstage.

Eben erreicht uns der erste Eindruck unseres Korrespondenten Gilles Chevalier aus dem Saarland:

„Knallhartes und erkenntnisreiches politisches Kabarett mit Thilo Seibel – gefeierte, schnelle Abrechnung mit der Gegenwart von den jungen Künstlern von Team und Struppi – harmoniereicher Ausflug mit den Queenz of Piano in die Welt der Musik.“ Weiterlesen …

Kategorien:Preise/ Wettbewerbe

Die Teilnehmer der Sankt Ingberter Pfanne 2012 stehen fest

11. Juli 2012 7 Kommentare

2012 Sankt Ingbert  PlakatDer Vorverkauf hat begonnen

(bm) – Der Gewinn der Sankt Ingberter Pfanne war schon für viele ein entscheidender Meilenstein in ihrer Künstlerlaufbahn. Bereits zum 28. Mal wird in diesem Spätsommer der Wettbewerb um die Küchenwerkzeuge aus dem Saarland ausgetragen.

Aus 115 Einsendungen hat die Jury zwölf ganz unterschiedliche Wettbewerbsteilnehmer ausgewählt, die zwischen dem 1. und dem 5. September um die Trophäen kämpfen, die am 7. September in der Stadthalle überreicht werden. Moderiert werden alle Abende wieder von Pfannengewinner Phillip Scharri.

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Fünfter Wettbewerbstag in Sankt Ingbert 2010

8. September 2010 Hinterlasse einen Kommentar

Rotwein, FC-Bayern und verkehrte Emanzipation
Die fünfte und letzte Speisung aus der St. Ingberter Pfanne

Lüder Wohlenberg a2002 gewann er zusammen mit Thilo Seibel vom Vorabend und ihrem Programm “Kultmörder” die St. Ingberter Pfanne. Nun präsentiert Lüder Wohlenberg Ausschnitte aus seinem Programm “Spontanheilung”. Ach, schon wieder Kabarett über Medizin, mag mancher denken. Denn Wohlenberg ist Facharzt für diagnostische Radiologie. Doch so klar ist die Sache nicht, denn der Künstler spielt zwei Rollen: Einerseits ist er der Profipatient Haderscheid, der in einen Bademantel gekleidet und in breiter Kölscher Mundart über seine Erfahrungen berichtet.
Andererseits ist er der smarte Moderator, der sich über die Merkwürdigkeiten des Gesundheitswesens auslässt. Er berichtet von 4 Millionen Arbeitsplätzen, die am Gesundheitswesen hängen und schlägt vor, dass sich der Patient vom Arzt eine Provision zahlen lässt, wenn er mit einem behandlungsbedürftigen Befund zu ihm kommt. Er rechnet vor, wie man zwei Jahre länger leben kann, wenn man alle Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt. Trinkt man regelmäßig ein Glas Rotwein, verlängert sich die Lebenserwartung jedoch um vier Jahre. Saufen bringt also mehr als der regelmäßige Arztbesuch. Bei solchen Erkenntnissen hilft nur die Pille für das Vergessen, ein neues Lifestyle-Medikament. Überhaupt: “Wir müssen an die Gesunden heran, weil viele Kranke nicht genug Geld haben. Zum Beispiel die Malariakranken in der Dritten Welt.” Wohlenberg öffnet dem Zuschauer als smarter Moderator die Augen für die wirtschaftlichen Zusammenhänge in Medizin und Pharmaindustrie. Ganz ohne erhobenenen Zeigefinger und ganz nebenbei. Er lädt ein zu einer intelligent gestalteten Reise durch das Gesundheitssystem und erzählt von Ärzten und Abrechnungen, von empirischen Studien und Schlimmerem.
Der Profipatient Raderscheid gibt dagegen Tips zum richtigen Verhalten im Krankenhaus. Das ist keine Philosophiestunde im Stile populärwissenschaftlicher Ratgeber – das ist knallharter Ärztealltag! Die Zuschauer erkennen die beschriebenen Situationen wieder und feiern Lüder Wohlenbergs “Spontanheilung” mit begeistertem Applaus. Preisverdächtig!

Axel Pätz aEin Spätberufener auf der Kabarettbühne ist Axel Pätz. Der Hamburger ist mit Mitte fünfzig und mit seinem ersten Kabarettprogramm “Die ganze Wahrheit” unterwegs. Er nimmt auf einem Sessel der Adenauer-Zeit am Flügel Platz und trägt zunächst unnützes Wissen aus dem Lexikon vor, bevor er sich über überbehütete Kleinkinder ohne Abwehrkräfte auslässt, die ausschließlich mit Nahrungsmitteln aus dem Bioladen aufwachsen. Der zweifache Vater kennt die Hintergründe und weiß: “Die wahre Gefahr heißt nicht Bin Laden, sondern Bioladen!” Er hält dagegen und fordert die leckeren Dinge. Nicht die gesunden…
Pätz outet sich mitten im Saarland musikalisch als Fan des FC Bayern München – und findet im Saal sogar Gleichgesinnte. Unter großem Jubel besingt er den Geburtsvorgang aus der Sicht eines Neugeborenen, der in einem Geburtstrauma endet. Ganz still wird es dagegen, wenn er ein Gespräch mit seiner altersdementen Mutter spielt. Er kann aber auch politisch, wenn er “Morgen gründen wir ´ne Bank” singt und so einen möglichen Ausweg aus Hartz IV beschreibt. Schwarzhumorig geht auch, denn “Das Leben ist Gefahr”. Und die droht nicht nur aus Nordkorea, sondern auch von Fernsehsendungen grenzdebilen Inhalts.
Axel Pätz nimmt man seine Rollen ab, er kommt sehr natürlich über die Rampe und hat keine Scheu, in der einen oder anderen Nummer lächerlich zu wirken. Originelle Texte kleidet er in musikalische Perfektion. Pätz, der sich mit seiner Erfahrung in Oper, Rock, Kindertheater und Chorleitung als künstlerischer Gemischtwarenhändler versteht, hat seine Programmausschnitte geschickt aufgebaut. Das Publikum dankt es ihm mit langem, kräftigem Applaus. Preisverdächtig!

Tina Häusermann und Fabian Schläper aZum Abschluss der St. Ingberter Kleinkunstwoche betreten “Zu Zweit” die Bühne. Tina Häussermann und Florian Schläper zeigen Ausschnitte aus ihrem musikalischen Programm “Ich war’s nicht”. In einer Art umgekehrter Emanzipation spielt hier überwiegend Frau Häussermann am Flügel, während Herr Schläper singt. Nach einem gewollt missglückten Beginn singen sie ihr “Politessenlied”, in dem die Rache des Autofahrers mit Sekundenkleber am Scheibenwischer so richtig ausgelebt wird. Ohne Musik wird ein Grillabend bei Sandra und Michael beschrieben, bei dem Michael lediglich den Grill bedient, während Sandra alle vor- und nachbereitenden Arbeiten durchführt. Schön, schön, aber was hat das mit dem Programmtitel zu tun?
Ob Apfel oder Ehebett: In dem Lied “Da ist der Wurm drin” versuchen die beiden erfolglos, sich sängerisch zu überbieten. Es hilft nichts: Beim gemeinsamen Singen kommen sie einfach nicht auf Anhieb zusammen. Die Vor- und Nachteile des Alleinlebens, ein Märchen in Liedform und ein Werbelied für homosexuelle Lebensformen schließen sich an. Mit dem Programmtitel hat das immer noch nichts zu tun. Lediglich in einigen Wortnummern, in denen sich die beiden die peinlichsten Kindheitserlebnisse vorhalten, flammt ein gewisser Zusammenhang mit dem Programmtitel auf. Einziger Lichtblick ist “Vladimir vom Hermes-Paketversand”, der die Frauen zum hemmungslosen Shoppen verführt, sich im entscheidenden Moment aber verweigert.
Freundlicher Applaus geleitet “Zu Zweit” von der Bühne. Das war von den Zuschauern überaus fair. Obwohl das Programm musikalisch nur akzeptabel war; inhaltlich jedoch beliebig, sängerisch fragwürdig und überhaupt so naja.
Gilles Chevalier © 2010 BonMoT-Berlin Ltd.
http://www.luederwohlenberg.de
http://www.axelpaetz.de
http://www.zu-zweit.com

Liveundlustig-Berichte über die Sankt Ingberter Pfanne 2013 / 2012 / 2011

Vierter Wettbewerbstag in Sankt Ingbert 2010

7. September 2010 Hinterlasse einen Kommentar

Ölkrise, Einsamkeitskrise, Medienkrise
Der vierte Gang der St. Ingberter Pfanne

Thilo Seibel aThilo Seibel, der bereits 2002 die St. Ingberter Pfanne im Duo mit Lüder Wohlenberg gewonnen hat, betritt energiegeladen die Bühne. Nachvollziehbar, heißt sein Programm doch “Hurra, hurra! Das Öl ist aus!” Will er schon mit den ersten Schritten neue alternative Energien aufzeigen? Nein, zunächst distanziert er sich von dem anderen Thilo, dem Sarrazin. Der wollte zwar nur eine Debatte anstoßen, aber dafür müsse man schließlich kein rassistisches Buch schreiben. Auf die saarländische Landespolitik mit ihrer Jamaika-Koalition geht Seibel ausgiebig ein. Dem Publikum gefällt‘s, die landespolitischen Themen sind im diesjährigen Wettbewerb noch nicht so intensiv betrachtet worden.
Angela Merkel kommt bei einem politischen Kabarettisten natürlich nicht ungeschoren davon: Jetzt heisse es durchregieren, egal mit welchen Inhalten! Mehr Zuversicht müsse erreicht werden, z.B. durch das neue Energiekonzept der Bundesregierung – auch, wenn es nur auf dem Weiterbetrieb alter Atomkraftwerke basiert. Ohne nennenswerte Resonanz des Publikums kritisiert der Künstler diesen Ansatz, befindet sich inhaltlich aber erstmals nah an seinem Programmtitel. Zurück zur Kernenergie wolle schliesslich nur, wer nichts mehr zu verlieren habe: Ronald Pofalla, Stefan Mappus, Guido Westerwelle und Rainer Brüderle. Unabhängig vom Energiekonzept: In Asse, dem Forschungsbergwerk zur Endlagerung radioaktiver Abfälle, sehe es aus, wie in Kundus nach einem Friedenseinsatz der Bundeswehr. Für ein deutsches Atommüllager erwartet Seibel ordentlich aufgestellte Fässer, die möglichst alphabetisch sortiert sein sollten. Er kommt nun endlich zum Thema Öl. Denn daraus mache man nicht nur Kraftstoffe, sondern auch Medikamente, Dünger oder Farben. Schon entfernt er sich von seinem Hauptthema wieder und erzählt über Umweltzonen und was er sonst noch für unsinnig hält.
Der Künstler hat sich ein Thema mit vielen Möglichkeiten ausgesucht: Wie werden wir in Zukunft leben und uns fortbewegen? Das bietet Raum für phantasievolle Beschreibungen. Stattdessen wiederholt Seibel Thesen, die jedem kritischen Zeitungsleser bekannt sind. Er traut sich nicht, auf der Bühne Zukunftsszenarien zu entwerfen. Seine Parodien und Einschätzungen sind gut – nur haben sie zu selten mit dem Ende des Ölzeitalters zu tun.

Stefanie-Kerker aIn ihrem Programm “Nacht Schatten Gewächse” lässt sich Stefanie Kerker von Jochen Neuffer am Flügel begleiten. Der Rücken ist das Erste, was das Publikum von der Künstlerin mit dunklem, hochsteckten Haar zu sehen bekommt. Von zwei Seen ist die Rede, die sie im Traum gesehen haben will. Schnell wird klar: Die Seen sind die blauen Augen eines Mannes, der sie glücklich machen wird und dem sie in der Bäckerei begegnen wird. Davon ist sie überzeugt, weil sie die Geschichte zwischen Weihnachten und Dreikönig geträumt hat. Genauer gesagt, in der achten Nacht: Die Begegnung muss also im August stattfinden. Auf der Bühne beginnt dieser Monat jetzt. Kerker entsorgt ihren Toaster und geht mehrmals täglich in die Bäckerei, immer auf der Suche nach dem Traummann. Dabei unternimmt sie sehr geschickt ein paar Abstecher von der eigentlichen Handlung. Wenn sie beispielsweise an einem Abend in der Stadt an der Bushaltestelle wartet und eine Mutter mit zwei Kindern, einer großen Sektflasche und einem überdimensionalen Teddybären sieht. Daraus entwickelt sie das wunderbar poetische Lied einer selbstlos liebenden Frau, die über die Liebschaft ihres Mannes hinwegsieht und mit ihm und den Kindern eine gemeinsame Zukunft ersehnt.
Zu so später Stunde fährt auch für Kerker kein Bus mehr, und sie muss nach Hause laufen. Dabei bemerkt sie einen Verfolger, den sie stellt und zu Boden schlägt – ausgerechnet vor der Bäckerei bekommt der Mann ein Veilchen von ihr. Zum Traummann wird der Kerl aber nicht – schliesslich hat er nur ein blaues Auge! Enttäuscht gibt die Künstlerin auf und schafft sich, der August ist inzwischen zu Ende, einen neuen Toaster an, um nicht ständig beim Bäcker einkaufen zu müssen – und trifft vor der Bäckerei den Bäcker. Der ist ihr Traummann. Und sie dachte immer, es müsse einer der Kunden sein…
Stefanie Kerker erzählt in ihrem Programm sehr dicht und sehr stark am roten Faden entlang. Ihr gelingt der Spagat zwischen laut und leise, zwischen lustig und traurig. Sie verzichtet auf übertriebene Darstellungen und betreibt Kleinkunst in schönster Form aus eigener Kraft: mit eigenen Texten, ohne Mitmachnummer für das Publikum und mit einer Geschichte, bei der anscheinend von selbst eins zum anderen kommt. Begeisterter Applaus geleitet sie von der Bühne. Preisverdächtig!

Tumbrinck und Stani aEin Tisch, zwei Stühle, ein Picknickkorb, ein Kochtopf und zwei Weingläser. Das sind die Requisiten für “Das Parkbankduo” und Ausschnitte ihres Programms “Bauer kocht Frau”. Wer jetzt eine bösartige Mediensatire erwartet, liegt falsch. Medienkritik trifft es eher. Michael Tumbrinck und Michael “Stani” Greifenberg sind alte Hasen auf der Bühne. Die beiden Westfalen wirken regelmäßig im alternativen Karneval mit.
Stani, als Bauer in grober Cordhose und Hosenträgern, sucht eine Frau. Deshalb hat er ein Bewerbungsvideo an eine Fernsehshow geschickt. Tumbrinck, als Koch, rät ihm zu einem lässigeren Umgang vor der Kamera. Dabei entwickelt sich die Show zur Medienkritik. Die beiden machen sich Gedanken über die Realitätsnähe oder Realitätsferne von Kochshows. Wie kann es funktionieren, wenn fünf Köche gleichzeitig fünf verschiedene Gänge vorbereiten, die gleichzeitig fertig werden? Da ist das Eis geschmolzen, wenn man mit der Suppe gerade fertig ist.
Und auch hier geht der junge Koch fünfmal am Tag zum Bäcker, um bei seiner Brötchenfee jeweils eine einzelne Backware zu erstehen. Die Parallele zu Stefanie Kerkers Programm ist mit Sicherheit zufällig, aber sie zeigt auch die Ausweglosigkeit der beiden Charaktere auf der Bühne. Die mangelnde Qualität vieler Fernsehshows ist allgemein bekannt – und manchmal fehlt dem Zuschauer von “Bauer kocht Frau” nur das berühmte “Palim-Palim”, um sich selbst in einer qualitativ fragwürdigen Fernsehshow wiederzufinden! Das Bühnenwerk kommt nur deshalb zum guten Ende, weil der Koch seiner Brötchenfee endlich ein paar Blumen mitbringen soll. Bauer Breitlauch schneidet den Porree also etwas auf, steckt eine Peperoni in die Mitte und übergibt diesen Blumenstrauß vom eigenen Feld dem verliebten Koch.
Stani und Tumbrinck sind später in der Talkrunde überrascht, mit dem Begriff “Volkstheater” konfrontiert zu werden. Aber das ist es im besten Sinne: Regionale Charaktere und Eigenschaften werden liebenswert auf die Bühne gebracht. Zur Freude, aber nicht zur Begeisterung des Publikums in St. Ingbert.
Gilles Chevalier © 2010 BonMoT-Berlin Ltd.
http://www.thiloseibel.de
http://www.stefanie-kerker.de
http://www.parkbankduo.de

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