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Keyword: ‘PHILIPP SCHARR’

Der erste Wettbewerbsabend in Sankt Ingbert 2013 – Kritik

8. September 2013 4 Kommentare

Logo Pfanne 2013Alain Frei, Johannes Flöck und das Duo Simon & Jan

von Gilles Chevalier

ST. INGBERT – Zum 29. Mal treffen sich Künstler aus den Genres der Kleinkunst in Sankt Ingbert, um eine der drei begehrten Pfannen zu ergattern. Zwölf Künstler wetteifern um zwei Jurypreise und einen Publikumspreis. Philipp Scharri, der vor drei Jahren selbst Pfannen-Gewinner war, moderiert die vier Wettbewerbsabende im Saarland.

Am schwersten hat es immer der erste Teilnehmer. Diesmal hat es Alain Frei getroffen. Der junge Schweizer zeigt Ausschnitte aus seinem ersten Soloprogramm „Neutral war gestern“. Weiterlesen …

Teilnehmer der Sankt Ingberter Kleinkunstwoche stehen fest

8. Juli 2013 5 Kommentare

Philipp Scharri 02A © Rainer Hagedorn_BonMoT-Berlin Ltd.2013 tragen die Herren den Wettbewerb unter sich aus –
Der Vorverkauf hat begonnen

(bm) – Der Gewinn der Sankt Ingberter Pfanne war schon für viele ein entscheidender Meilenstein in ihrer Künstlerlaufbahn. Zum 29. Mal wird in diesem Spätsommer der Wettbewerb um die Küchen-werkzeuge aus dem Saarland ausgetragen. In diesem Jahr hat keine einzige Frau die Chance auf eine Pfanne.

Aus 104 Einsendungen für den Wettbewerb hat die Jury zwölf Teilnehmer ausgewählt, allesamt männlich, die zwischen dem 7. und dem 11. September um die Trophäen kämpfen, die am 13. September in der Stadthalle von Sankt Ingbert überreicht werden. Moderiert werden alle Abende wieder von Pfannengewinner Phillip Scharri (Foto).

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Kategorien:Preise/ Wettbewerbe

Vierter Wettbewerbstag in Sankt Ingbert – Kurzmeldung

5. September 2012 1 Kommentar

Philipp Scharri © Rainer Hagedorn_BonMoT-Berlin Ltd.Schneckenpost aus dem Saarland

SANKT INGBERT (bm) – „Sebastian Nitsch philosophiert über beleidigende Shampoos und Duft-Sprays, die nie so riechen, wie sie heißen. – – – Michael Krebs rockt die Stadthalle mit seinem Musikprogramm. – – – Streckenbach & Köhler können mit ihrem inszenierten Konflikt um alleinige Aufmerksamkeit nicht überzeugen.“

Die Schneckenpost aus Sankt Ingbert stellen wir selbstverständlich sofort online. Mit diesem vierten Tag geht der saarländische Wettbewerb seinem Ende entgegen. Zwölf Solisten und Duos haben sich an diesem Kleinkunst-Marathon beteiligt. Moderiert hat – wie an allen anderen Abenden – Philipp Scharri (Foto).

Nun wird für den Gewinner des Publikumspreises die Abstimmung ausgezählt, und die Jury wählt zwei Preisträger. Auf jeden der drei Sieger wartet ein Preisgeld von 4.000 Euro sowie eine edle Pfanne aus Kupfer. Weiterlesen …

Kategorien:Preise/ Wettbewerbe

Erster Wettbewerbstag in Sankt Ingbert – Kritik

2. September 2012 8 Kommentare

Politisches Kabarett verschiedener Generationen und ein geflügelter Krimi

SANKT INGBERT (gc) – Die Stadthalle ist bis auf den letzten Platz ausverkauft. Philipp Scharri moderiert im schwarz-rot changierenden Anzug und sagt die Künstler in gereimten Versen an. An diesem ersten Abend des Wettbewerbs um die Sankt Ingberter Pfannen treten Thilo Seibel, Team & Struppi und die Queenz of Piano gegeneinander an.

Thilo Seibel - Foto HP„Das wird teuer“ heißt das Programm von Thilo Seibel. Er ist ein alter Bekannter des politischen Kabaretts, hat zusammen mit Lüder Wohlenberg bereits 2002 eine der Pfannen gewonnen und war auch 2010 beim Wettbewerb dabei.

Er berichtet von seinem Urlaub in einem Entwicklungsland: In Italien sei er sehr herzlich aufgenommen worden – insbesondere in den Tagen nach dem Halbfinalspiel der Fußball-EM. Der Schritt zum Thema Euro-Krise ist schnell gemacht und es ist auch klar, wer sie schultern wird. Teuer wird es für alle werden, besonders stark wird das der kleine Grieche auf der Straße spüren – Banken und Militärs eher weniger.

Doch Merkel und Sarkozy laufen sich am Strand schon die Füße platt, um das Schlimmste zu verhindern. Seibel schlüpft in Rollen der deutsch-französischen Euro-Retter Weiterlesen …

Anny Hartmann und das Duo luna-tic erhalten Sankt Ingberter Pfannen 2011

9. September 2011 3 Kommentare

Anny Hartmann (Foto PR St. Ingbert)SANKT INGBERT (bm) – Das gab es noch nie! Alle drei Preise des 27. Kleinkunstwettbewerbs „Die Sankt Ingberter Pfanne“ gingen 2011 an Frauen – zwei gleichwertige Jurypreise und ein Publikumspreis. Die für die Hausfrau vielseitig einsetzbaren Kochgeschirre wurden nebst dem Haushaltsgeld von jeweils 4.000 Euro am Freitagabend in der Stadthalle verliehen.

Jurypreis für Anny Hartmann

Kaum zu glauben, dass man als Kabarettistin so aktuell sein kann! Das wunderte auch die Jury der Sankt Ingberter Pfanne, und man beschloss, eine der diesjährigen Auszeichnungen an Anny Hartmann zu vergeben. Die 41-jährige Künstlerin aus Köln beeindruckte Weiterlesen …

Kategorien:Preise/ Wettbewerbe

Erster Wettbewerbstag in Sankt Ingbert 2011 – Kritik

4. September 2011 8 Kommentare
Chin Meyer, Stefan Waghubinger und das Duett Complett

Philipp Scharri - Foto © doellkloppconnectionSANKT INGBERT (gc) – Philipp Scharri freut sich. Wird doch der „westlichste Kleinkunstpreis Deutschlands“ von ihm moderiert. Und zwar sehr ordentlich: Scharri missbraucht seine Position nicht zur eitlen Selbstdarstellung. Der Vorjahrespreisträger stimmt das Publikum auf angenehme Weise auf den Abend ein. Gelockt und locker geleitet Scharri zum ersten Künstler, den er, wie alle anderen auch, in Reimen vorstellt.

Plakat St. Ingbert 2011 (www.sanktingbert.de)Chin Meyer tritt in seinem Programm „Der Jubel rollt“ als grauer Mann im grauen Anzug auf die Bühne. Seine Figur heißt Siegmund von Treiber und arbeitet bei der Steuerfahndung. Treiber räumt mit Vorurteilen gegenüber Finanzbeamten auf und liest aus seinem Tagebuch: „In Zimmer 437 hat man drei Beamte gefunden, die niemand mehr kannte. Sie hatten dort ganz ruhig auf ihre Beförderung gewartet…“ Weiterlesen …

Sankt Ingbert: Vorverkauf beginnt heute – das Programm

11. Juli 2011 10 Kommentare

Plakat St. Ingbert 2011 (www.sanktingbert.de)

27. Woche der Kleinkunst vom 3. bis 9. September 2011

SANKT INGBERT (bm) – Der Wettbewerb um die Pfannen aus St. Ingbert im Saarland ist eine feste Größe im Kleinkunstkalender. Aus 120 Bewerbungen hat die Jury zwölf Künstlerinnen und Künstler ausgesucht, die an vier Wettbewerbstagen mit umfangreichen Ausschnitten aus ihren Programmen um die begehrten Pfannen ringen. Zu gewinnen gibt es nicht mehr vier, sondern drei dieser vielseitig verwendbaren Küchenwerkzeuge: Zwei gleichwertige Jury-Preise und den Publikumspreis, den die der Sparda-Bank Südwest stiftet.

Philipp Scharri, der 2010 einen der beiden Jury-Preise gewonnen hat, wird alle Vorstellungen moderieren – auch den Preisträgerabend. Wie im letzten Jahr informiert www.liveundlustig.de Sie ganz aktuell. Weiterlesen …

27. Woche der Kleinkunst in Sankt Ingbert – Die Teilnehmer stehen fest

3. bis 9. September 2011

SANKT INGBERT (bm) – Der Wettbewerb um die Pfannen aus St. Ingbert im Saarland ist eine feste Größe im Kleinkunstkalender. Aus 120 Bewerbungen hat die Jury zwölf Künstlerinnen und Künstler ausgesucht, die an vier Wettbewerbstagen mit umfangreichen Ausschnitten aus ihren Programmen um die begehrten Pfannen ringen. Zu gewinnen gibt es vier dieser vielseitig verwendbaren Küchenwerkzeuge: Zwei gleichwertige Jury-Preise, Weiterlesen …

Kategorien:News/ Termine

Kabarett-, Comedy- und Satire-Preis Prix Pantheon – TV-Tipp: Publikumspreis

RZ_PP_Logo klHeute abend wieder WDR einschalten und abstimmen
TV (bm) – Ihre Meinung ist gefragt! Heute gibt’s den zweiten Teil des Wettbewerbs im Bonner Pantheon Theater im WDR zu sehen. Das Fernsehpublikum kann seinen Preisträger für den Prix Pantheon 2011 wählen. 12 Kandidaten sind nominiert:

Tilman Birr, Sabine Domogala, Frank Fischer, Götz Frittrang, Gunkl, Helge und das Udo, Angelika Knauer („Frau Klein“), Kristian Kokol, Philipp Scharri, Philip Simon, The Fuck Hornisschen Orchestra und Christoph Tiemann

Sehen Sie sich heute abend um 23.15 Uhr im WDR den zweiten Teil der Aufzeichnung aus dem Bonner Pantheon Theater an und bilden Sie sich eine Meinung.

Die Stimmabgabe für den TV-Publikumspreis ist bereits
seit dem 22. Mai 2011 möglich unter:
www.wdr.de/comedy. Weiterlesen …

Kabarett-, Comedy- und Satire-Preis Prix Pantheon – TV-Tipp: Publikumspreis

RZ_PP_Logo klTV (bm) – Ihre Meinung ist gefragt! Ab heute kann das Fernsehpublikum seinen Preisträger für den Prix Pantheon 2011 wählen. 12 Kandidaten sind nominiert:

Tilman Birr, Sabine Domogala, Frank Fischer, Götz Frittrang, Gunkl, Helge und das Udo, Angelika Knauer („Frau Klein“), Kristian Kokol, Philipp Scharri, Philip Simon, The Fuck Hornisschen Orchestra und Christoph Tiemann

Sehen Sie sich heute abend um 23.15 Uhr im WDR den ersten Teil der Aufzeichnung aus dem Bonner Pantheon Theater an und bilden Sie sich eine Meinung.
Den zweiten Teil des Wettkampfs zeigt das WDR-Fernsehen am So, 29. Mai um 23.15 Uhr.

Die Stimmabgabe für den TV-Publikumspreis ist
ab 22. Mai, also heute, möglich unter:
www.wdr.de/comedy. Weiterlesen …

Prix Pantheon 2011 für Gunkl, Philip Simon, Frank Fischer und Harry Rowohlt

9. Mai 2011 6 Kommentare

Fischer_Simon_Gunkl_(Foto Susanne Kempf)BONN (bm) – Die Preisträger in drei Kategorien sind gewählt. Der Sieger in der vierten wird später durch eine Abstimmung der Fernsehzuschauer ermittelt.

Der deutsche Kabarett-, Comedy- und Satirepreis Prix Pantheon ist mit insgesamt 13.000 Euro dotiert. In einem Wettkampf sind 12 geladenen Kabarettisten, (Musik-) Komiker, Solokünstler und Duos aus Öster-reich, Holland und Deutschland auf der Bühne des Bonner Pantheon gegeneinander angetreten. Weiterlesen …

Sankt Ingberter Pfannen 2010 für …

11. September 2010 Hinterlasse einen Kommentar

Florian Schroeder aAbschlußparty und Preisverleihung / Moderation: Florian Schroeder

Der Preis „Sankt Inberter Pfanne“ wird jährlich im Rahmen der „Woche der Kleinkunst“ verliehen.
Der Wettbewerb wird für folgende Themenbereiche ausgeschrieben:
Politisches und unterhaltendes Kabarett- auch Comedy
Liedermacher, Chanson
Variété, Magie, Gaukler
Bewegungs- und Tanztheater
Pantomime, Visual Comedy



Die Ergebnisse der Preisvergabe:





2 mal Jury-Preis:

Philipp Scharri 1001a
1. Philipp Scharri

Wiebke Eymess und Friedolin Müller a
2. Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie



Publikumspreis:

Axel Pätz a
Axel Pätz



Extrapreis der Sparda Bank:

Stefan Ebert a
Stefan Ebert


Herzlichen Glückwunsch!

Das Team von Live & Lustig gratuliert den Preisträgern



weitere Quelle: http://www.sr-online.de/kultur/1940/1113419.html
Gilles Chevalier © 2010 BonMoT-Berlin Ltd

Liveundlustig-Berichte über die Sankt Ingberter Pfanne 2013 / 2012 / 2011

Erster Wettbewerbstag in Sankt Ingbert 2010

4. September 2010 Hinterlasse einen Kommentar

Punkte, aber noch keine Höhepunkte
Das erste Abendmal aus der St. Ingberter Pfanne
“Wir werden beobachtet – nicht nur von Google, sondern auch von den Kleinkünstlern.” Mit diesen Worten eröffnete Oberbürgermeister Georg Jung den Wettbewerb um die St. Ingberter Pfanne. Beim Beobachten wirkt natürlich auch der Kritiker mit – immer auf der Seite seiner Leser, um den Slogan einer saarländischen Verbrauchermarktkette etwas abzuwandeln.
Philipp Scharri 1001aDa ist zunächst Philipp Scharri, der sich als Poetry Slammer, Kabarettist und Performance Poet bezeichnet, weil das so schön schick klingt. Die Auszüge aus seinem Programm “Der Klügere gibt Nachhilfe” kündigt er als anspruchsvoll und intellektuell an. Dieses Versprechen hält er ein, wenn er große Philosophen durch die Küchenarbeit zusammenbringt. Zum Kochen bei Kant lädt er Geistesgrößen aller Epochen zum Diskurs über die Essenszubereitung ein. Alles wird in Reimform und mit unterschiedlichen Dialekten kredenzt. Ohne Requisiten gestaltet Scharri eine großartige Nummer, die richtig Spaß macht. Dann beschäftigt er sich mit den Konflikten, die durch das übergroße Angebot der Warenwelt hervorgerufen werden, z.B. bei Sandwiches. Hier wird es besonders anstrengend, wenn man dem Verkäufer sein eigenes Rezept erklären muss. Er nimmt die Zuschauer in seine Welt mit, die voller Anspielungen auf historische Ereignisse und berühmte Zitate ist. Der Sandwichkauf gipfelt geschickt in einer Reportage über die Regierungsbildung, wo Senfgurken und Oliven eine schwarz-gelbe Koalition eingehen, die schließlich in einer Gurkentruppe endet. Philipp Scharri fühlt sich wohl auf der Bühne, auch wenn er als Solist auftritt und nicht mit seinen Partnern Bumillo und Heiner Lange spielt. Zusammen sind sie PauL, Poesie aus Leidenschaft, und greifen regelmäßig Preise ab. Scharri, der in den Dreissigern ist, scheut auch vor aktuellen Themen nicht zurück. So widmet er sich der Mitarbeiterbespitzelung und singt darüber gleich ein kleines Li(e)dl am Flügel. Der Sprachdechsler sorgt sich auch um den latenten Anti-Semantismus: “Anglismen” seien schließlich hier, weil sie sich in unserer Sprache eine bessere Zukunft versprochen haben. Viele von ihnen seien bereits in den Duden aufgenommen worden, selbst wenn es inzwischen Bücher mit Titeln wie “Die deutsche Sprache schafft sich ab” gebe. Die Geschichte vom Verb, das ein Nomen werden wollte, wird in Reimform erzählt. So, wie viele andere Nummern auch. Das Verb landet schließlich in dem Land, wo der Thesaurus den Wortschatz bewacht: im Land der Poesie. Schade nur, dass die musikalische Beziehungsdefinition am Ende des Programms etwas lang und unübersichtlich gerät. Auch die Ideen vom komplizierten Sandwichkauf und vom rebellischen Verb sind auf Kabarettbühnen schon umgesetzt worden.

Helena Marion Scholz aNach dem wortbetonten Auftakt geht der Abend musikalisch weiter. “Wahre Lügen” heißt das Programm von Helena Marion Scholz, das sie zusammen mit Steve Nobles am Klavier aufführt. Das Thema sind Lügen und Wahrheit. Scholz konterkariert durch übertriebene Freude ihre eigenen Worte. Für sie gibt es viele Wahrheiten: schließlich glaube sie an Gott und an den Urknall. Einerseits sage sie Nein zu Drogen, konsumiere aber gleichzeitig Alkohol und Lösungsmittel. Sie referiert über die unterschiedlichen Lügen von Männern und Frauen und beschreibt musikalisch, wie man körperliche Korrekturen zur Erlangung vollkommener Schönheit mit Geld kaufen kann. Als sie jedoch Mozarts Papageno-Arie zusammen mit Steve Nobles mit einem Text in kölscher Mundart versieht, beschreibt der Refrain dieses Liedes ihren Auftritt unfreiwillig deutlich: Laber laber, bla bla. Im Laufe des Abends wird der rote Faden immer blasser, und der Künstlerin gelingt es nicht, Energie und Spielfreude auf das Publikum überspringen zu lassen. Das Programm wechselt dann von der Lügenproblematik zur Beziehungsproblematik. Es wird zunehmend schwarzhumoriger, allerdings leicht getrübt durch die blau schimmernden Strümpfe des in einen schwarzen Anzug gekleideten Pianisten. Vieles wird in Scholz‘ Programm nur angerissen – überraschende Lösungen oder Auswege werden nicht geboten. Es sind ein paar schöne Nummern für eine Gala, die Helena Marion Scholz anbietet. Für einen ganzen Abend wirkt das Konzept zu mager. Wie war noch der Refrain ihres letzten Liedes? “Wahre Lüge oder Schmeichelei? Ehrlich kann in diesem Fall nicht richtig sein”.

Kreimeyer_Foto1_01aNun betritt Thomas Kreimeyer die Bühne und baut seinen roten Stuhl auf. Der ist vielleicht zehn Zentimeter groß und soll dem Publikum als Ruhepunkt dienen. Hier solle es hinblicken, wenn es durch das Geschehen intellektuell überfordert zu werden droht. Denn der Soziologe, Clown und Kabarettist Thomas Kreimeyer hat mit dem Publikum beim “Kabarett der rote Stuhl” einiges vor. Er will es einbinden, mit ihm in Austausch treten und den Abend gemeinsam veranstalten. Künstler und Zuschauer sollen aufeinander angewiesen sen. Es ist Stegreif-Theater, das Kreimeyer Knall auf Fall beenden wird: Denn nach 45 Minuten klingelt der Küchenwecker, und die Show wird vorbei sein. Bei eingeschaltetem Saallicht steht das Publikum im Mittelpunkt. Kreimeyer beschreibt seine Probleme beim ersten Kontakt mit dem saarländischen Idiom – schließlich sei das seine Saarlandpremiere. Er ist sehr locker, geht auf die Leute ein und wandelt durch alle Reihen. Sein Fragenkatalog ist jedoch ziemlich eingeschränkt: “Aus welcher Stadt stammen Sie? – Leben Sie noch dort, wo Sie geboren wurden? – Wo waren Sie in Urlaub? – Was machen Sie beruflich?” Die Volksbefragung wirkt dagegen harmlos! Kreimeyer improvisiert, denkt quer, übertreibt. Die Zuschauer goutieren es – vielleicht auch aus Erleichterung, selbst gerade nicht befragt worden zu sein. Bisweilen wirkt Kreimeyer etwas oberlehrerhaft und korrigierend. Er schafft es jedoch, keine einzige peinliche Pause entstehen zu lassen. Da spielt er lieber auf Zeit und beisst sich an einer Zuschauerin beim Thema Intelligenz die Zähne aus. Seine Idee zerfasert nach einer knappen halben Stunde. Die Halle ist mit etwa 700 Zuschauern für eine derartige Kleinkunstidee einfach zu groß. Im wahrsten Sinne des Wortes ist diese Bühne der Stadthalle zu hoch, um mit dem Publikum auf gleicher Augenhöhe agieren zu können. Die Besucher des ersten Abends der St. Ingberter Kleinkunstwoche freuen sich trotzdem über das “Kabarett der rote Stuhl” von Thomas Kreimeyer, das mit jedem neuen Publikum neu verläuft.
Gilles Chevalier © 2010 BonMoT-Berlin Ltd.
http://www.superscharri.de
http://www.marion-scholz.com
http://www.kabarett-der-rote-stuhl.de

Liveundlustig-Berichte über die Sankt Ingberter Pfanne 2013 / 2012 / 2011