Der etwas andere Blick – Erwin Grosches neues Buch

Grosche_Vögel - Foto Nordpark„Kurze Strecken gehen Vögel auch zu Fuß“

von Hans-Jürgen Lenhart

Wenn Kabarettisten Bücher veröffentlichen, handelt es sich meistens um Texte aus ihrem Programm. Bei Erwin Grosche ist das nicht ganz so. Sein neues Buch beinhaltet dies zwar auch, jedoch ist der Programmausschnitt manchmal nur auf einen Satz beschränkt, wenn auch einen (be)merkenswerten.

Grosche ist gerade 60 Jahre alt geworden, da hält man etwas Rückschau. Doch bei Grosche lohnt es sich, den ganzen Künstler zu beschauen. Insofern hat man in diesem Buch neben Bühnentextzitaten jede Menge Aphorismen, Notizen zu Weiterlesen

Die fast perfekte Frau – Désirée Nick berichtet „Neues von der Arschterrasse“

Nick Arschterrasse Cover… und lästert über die Abgründe unerreichbarer Schönheitsideale – Buchkritik

von Axel Schock

Als die Schauspielerin Désirée Nick Anfang der 1990er Jahre ihre Karriere ins Comedyfach verlegte, sorgte sie beim neugewonnenen Publikum zunächst für etwas Verwirrung. Viele wollten schlicht nicht glauben, dass dieses Schandmaul da auf der Bühne eine echte Frau und keine Drag Queen sein sollte. Und für so manche Geschlechtsgenossin, die ihr Selbstverständnis auf klassisch feministischen Werten aufbaute, galt die Nick schlicht als ordinäre Frauenfeindin.

Die alleinerziehende Self-Made-Woman hat es derweil sogar bis zur Dschungelkönigin gebracht. Alle Versuche, sie als zotiges, blondes Dummchen abzutun, hat Nick erfolgreich abgewehrt. Spätestens Weiterlesen

Die Männerversteherin Tina Teubner

Teubner Grenzen CD CoverTina Teubners neues Programm „Männer brauchen Grenzen“ auf CD und als Buch

von Axel Schock

„Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen.“ – So schlicht Loriots Erkenntnis auch daherkommen mag, scheint in ihr doch ein sehr wahrer Kern zu stecken. Zumindest im humoristischen Arbeitsfeld hat sie noch niemand widerlegt. Im Gegenteil: Heerscharen von Drehbuchautoren, Entertainern, Kabarettisten und Comedians unterschied-lichster Chromosomen-Kombinationen schöpfen aus dieser Geschlechterdifferenz mal mehr, mal weniger geistreiche Pointen. Nun widmet sich also auch Tina Teuber diesem Grundproblem: mit neuer Show, CD und Buch. Weiterlesen

Heute schon gelacht? Gleich wird’s noch besser …

einLächeln verschenkt 10 Euro bis zum Welt-Lachtag am 5. Mai 2013

Eine richtig gute Idee vom Online-Shop einLächeln, mit einer so lachhaften Einrichtung wie dem Welt-Lachtag in die Offensive zu gehen. Fast 500 hochwertige Produkte aus Kabarett, Comedy und Satire in Form von Büchern, CDs und DVDs stehen zur Auswahl. Beispielsweise auch die aktuelle CD „Wer Glück hat, kommt“ von Martina Schwarzmann, die am kommenden Samstag mit dem Salzburger Stier 2013 ausgezeichnet wird.

Wer bis Sonntag bestellt, bekommt 10 Euro geschenkt. Und das schaffen die ganz ohne Leiharbeiter – nur mit einem Lächeln. Wo ist der Haken? Mindestbestellwert 50 Euro. Naja, das wäre doch gelacht…

Hier geht’s zum Shop von einLächeln

Autor und Kabarettist Peter Ensikat ist gestorben – Nachruf

Peter Enskiat - Foto Webseite DistelMit scharfem Blick und sanftem Druck

Am 18. März 2013 ist der Kabarettist und Schriftsteller Peter Ensikat nach schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren gestorben. Gemeinsam mit Wolfgang Schaller war er in den achtziger Jahren der am meisten gespielte DDR-Kabarettautor. In den Neunzigern avancierte er zum erfolgreichen Buchautor, der – indem er vom Alltag im Osten erzählte – Brücken im vereinten Deutschland geschlagen hat. Harald Pfeifer erinnert an ihn.

Weiterlesen

Früh übt sich, wer später Böses sagen will – Kritik

Andreas Rebers – Foto © Janine GuldenerAndreas Rebers: „Der kleine Kaukasus – Heimatgeschichten“ – Kritik

Andreas Rebers ist im Moment mit zwei Programmen unterwegs: „Der kleine Kaukasus – Heimatgeschichten“ und „Ich regel das“. Beide Programme hat er in den Berliner Wühlmäusen vorgestellt – rund um seinen Oktober-Auftritt beim Satire Gipfel.

BERLIN (gc) – Nur Kerzen und Tannenzweige fehlen, um die adventliche Stimmung zu vervollkommnen, wenn Rebers aus seinen Kindheitserinnerungen vorträgt. „Der kleine Kaukasus – Heimatgeschichten“ ist eine entspannte Lesung mit Musik.

Weiterlesen

Uwe Steimle: „Meine Oma, Marx & Jesus Christus“ – Buchbesprechung

Uwe Steimle - oma marx & jesus - Foto Gütersloher VerlagshausVon der Semmel zum System

LEIPZIG (jf) – Uwe Steimle, Dresdner Schauspieler, Autor und Kabarettist, hat ein Buch geschrieben. Das Werk ist in dieser Woche auf Platz 38 der Spiegel-Bestsellerliste eingestiegen. In „Meine Oma, Marx & Jesus Christus“ erzählt der Dresdner „Aus dem Leben eines Ostalgikers“. Ist das noch von gestern, oder trifft es schon wieder den Zeitgeist? Beides.

Irgendwann wird im Lexikon unter dem Stichwort „Ossi“ stehen: „Kurzform für Ostdeutscher, vertreten durch Uwe Steimle, geboren 1963 in Dresden (DDR), gelernter Industrieschmied, war nach dem Studium an der Leipziger Theaterhochschule „Hans Otto“ Mitglied des Dresdner Kabaretts Herkuleskeule, bis 1994 des Staatsschauspiels Dresden. Wurde oft von Erich Honecker imitiert.“

Steimle soll sie ja erfunden haben, die Ostalgie, Weiterlesen

Über Wachen und Schlafen – Systemrelevanter Humor – Das Lesedünenbuch – Kritik

Über Wachen und Schlafen_Cover_Voland & QuistDie gelungene Lesebühne für zu Hause

BERLIN (gc) – 2006, als es in Berlin noch eine Menge Strandbars gab, fanden sich fünf junge Poetry-Slamer zusammen. Julius Fischer, Marc-Uwe Kling, Sebastian Lehmann, Maik Martschinkowsky und Kolja Reichert zogen regelmäßig durch die Strandbars und nannten sich deshalb „Die Lesedüne“.
Bis heute treten sie zweimal im Monat im „Südblock“ in Berlin-Kreuzberg auf, auch wenn das keine Strandbar ist und Kolja Reichert inzwischen zum Ehrenmitglied geworden und nur noch sporadisch dabei.

Im Februar 2010 entwickelten sie ihr Programm „Über Wachen und Schlafen“, mit dem sie deutschlandweit auf Tournee waren. Unter diesem Titel ist im Frühjahr das erste Buch mit Audio-CD der Lesedüne erschienen. Und um es vorweg zu nehmen: Es ist ziemlich großartig und Weiterlesen

Reinhard Josef Sacher: Freie Sicht auf die Ambiente – Buchbesprechung

Freie Sicht auf die Ambiente - CoverDie Literaturvorlage zu ‚Das Wüste Gobi‘

„Freie Sicht auf die Ambiente“ ist nicht nur ein Urlaubsbuch. Die „Ambiente“ ist vielmehr ein kosmischer Vogelführer zum Immer-dabei-haben-und-kurz-reinschauen- können. Die Geschichten voller kalamischer und anderer Vögel bieten Hilfe, Trost, Orientierung und Kurzweil in vielen Lebenslagen.

Im Urlaub etwa taugt es bei langen Autofahrten zur Unterhaltung und Belehrung des nölenden Nachwuchses: „Was aber die Sperlingsmöwe…charakterisiert, ist ihre für einen Seevogel höchst kuriose Schwäche: Sie ist wasserscheu. Weiterlesen

Piet Klocke: Kann ich hier mal eine Sache zu Ende?! – Programmtipp

„Leben – eine Zumutung, aber… muss ja!“

BERLIN (bm) – Piet Klocke, der Meister der Assoziation, der seit März 2011 Mitglied in Sebastian Krämers „Club Genie und Wahnsinn“ ist, liest im Friedrichshainer Zebrano-Theater aus seinem neuen Buch „Kann ich hier mal eine Sache zu Ende?!“.

„Als ich einer schönen Frau gestand, dass ich mir vorstellen könnte, jetzt gleich hier mit ihr gemeinsam das zu tun, Weiterlesen

Radio Heimat – Frank Goosen – Buchbesprechung

 frankgoosen-radioheimat-foto (c) philipp wente
– – – – –
“Südlich von Hattingen ist für mich Tirol, nördlich von Recklinghausen Dänemark, östlich von Unna beginnt für mich Sibirien und westlich von Duisburg ist die Welt zu Ende und alle fallen ins Urmeer.”

Hinter dem Begriff Heimat verbirgt sich für jeden etwas anderes. Und eine gesunde Portion Lokalpatriotismus gehört zur Heimatliebe schon dazu. In einer Zeit, in der uns eine europäische Gleichmacherei …
mehr

111 Gründe, Fussball zu lieben – Buch

111 Gründe Fußball zu lieben - Thomas Bessauer - banner a

 

Fussball für’s Bett
Thomas Bessauer: 111 Gründe, Fussball zu lieben

Wann ist ein Buch lustig? Wenn in roter Farbe drei Mal LUSTIG auf dem   Umschlag steht? Mitnichten. Bessauer verzichtet auf reißerische Ankündigungen. Er schreibt dem Leser nicht vor, daß dieser zu lachen hat, er bringt ihn einfach dazu. Weiterlesen