Kleine Häppchen vom großen Mythos

Die Revue „Berlin Berlin“ versucht sich am verruchten und vibrierenden Entertainment der „Goldenden 20er Jahre“

von Axel Schock

BERLIN – Wer auch immer sich den Begriff der „Goldenen Zwanziger Jahre“ einst ausgedacht hat, er oder sie war ein genialer Marketingstratege. Denn „golden“ war dieses Jahrzehnt lediglich für die Happy Few, die nicht als Arbeitslose oder verarmt ums Überleben kämpften oder menschenunwürdig in Mietskasernen mehr vegetierten, denn lebten. Die lichterglänzenden Etablissements am Tauentzien, am Potsdamer Platz oder am luxuriösen Ende der Friedrichstraße konnten sich die Durchschnittsberliner kaum leisten. Der Glamour dieser Tage aber ist längst zum märchenhaften Mythos geronnen, der nun, ein Jahrhundert später, einmal mehr fasziniert und inspiriert. Volker Kutschers Romanreihe und die Netflix-Verfilmung unter dem Titel „Babylon Berlin“ haben den sich wandelnden Geist und die widersprüchliche Gesellschaft zwischen Rausch und Verderben eindringlich erfasst und damit einen neuerlichen Hype ausgelöst.

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Der ganz normale Wahnsinn – Premierenkritik Horst Evers

Horst Evers: „Neues Programm“Horst Evers_Foto Thomas Nitz_tnt-fotoart.de

BERLIN (gc) – Elf Tage hintereinander hat Horst Evers sein „Neues Programm“ im restlos ausverkauften Berliner Mehringhoftheater gespielt. Einen richtigen Titel will er erst festlegen, nachdem dieses Gastspiel beendet ist. Oder vielleicht erst noch später, sagt er. Aber das ist nebensächlich – geht man doch zu Horst Evers nicht wegen eines Titels, sondern wegen des Unterhaltungsfaktors.

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Rückblick nach vorne 2012– Kritik Florian Schroeder & Volkmar Staub

Florian Schroeder und Volkmar Staub – Foto © Frank Eidel
Florian Schroeder und Volkmar Staub – Foto © Frank Eidel
Florian Schroeder und Volkmar Staub: „Zugabe 2012 – Ein kabarettistischer Jahresrückblick“

BERLIN (gc) – Die Wiederholungstäter Florian Schroeder und Volkmar Staub sind auch in diesem Jahr unterwegs, um das ablaufende Jahr Revue passieren zu lassen. In den sehr gut besuchten Berliner Wühlmäusen haben sie das Publikum mit außergewöhnlichen Ideen und hemmungslosen Parodien bestens unterhalten.

Kein politischer und kein religiöser Führer ist vor dem Spott der beiden sicher. Wie am Stammtisch blicken sie zurück auf die großen und kleinen Geschichten von 2012.
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Das Wechseljahre-Musical ‚Heiße Zeiten‘ in Köln – Kritik

Heisse Zeiten - Die Wechseljahre-Revue - St.Pauli TheaterHitzewallungen hinter dem Kölner Hauptbahnhof

Vor ein paar Tagen haben wir hier über die Premiere der Revue ‚Heiße Zeiten‘ in den Berliner Wühlmäusen berichtet. Ein recht anderes Stück mit dem selben Titel und dem gleichen Thema wird zur Zeit in Köln gezeigt. Ganz schön verwirrend …

Der Kölner Inszenierung haben Gerburg Jahnke als Regisseurin und Anna Bolk als Co-Texterin offenbar ganz ordentlich eingeheizt.
Unser Korrespondent Rainer Hagedorn war jedenfalls begeistert!
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