Prädikat „Premium Obsession“ – Geschichten aus tausend Abenden – Kritik Horst Evers

Horst Evers: „1000“

von Carlo Wanka und Beate Moeller

BERLIN – Rekord: 1000 Auftritte allein im Kreuzberger Mehringhof-Theater! Johlender Applaus schon beim Auftritt. Das ist ein Grund zu feiern, und der Künstler geheimnisst, dass der 1000. noch in dieser Woche erreicht sein werde. Ob mit dem Mittwochsfazit, dem Jahresrückblicks-Team oder solo als Horst Evers. Für ihn kein Anlass, ein profanes ‚Best Of‘ zu bieten, sondern extra für ein Bühnenerlebnis der ganz besonderen Art hat er gründlich im Archiv gewühlt. Wenn da nur nicht gerade dieser Orkan Xavier gewesen wäre. Da erlebt ein umtriebiger Geschichtenerzähler schließlich so einiges.
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Kopfwäsche für Jammerlappen – Kritik Dieter Nuhr

Dieter Nuhr: „Nuhr hier, nur heute“

von Carlo Wanka

BERLIN – Nur einer ist derart umstritten wie Dieter Nuhr. Nuhr selbst. Die Meinungen gehen da derb auseinander. Die einen halten ihn für einen oberflächlichen Unterhaltungsclown, die anderen liegen vor Begeisterung am Boden. Dazu ergeben die Neider mit den Bewunderern eine weitere Schnittmenge. Seit dreißig Jahren im Bühnengeschäft, steht er seinen Mann und als Liebling des rbb und der ARD ist er im Fernsehen überpräsent.

Egal ob Comedy- oder Kabarettpreisverleihungen, er moderiert jedes Genre und wird Weiterlesen

Deutschpuscheln mit Migrationsfranzose – Kritik Alfons

Alfons: „Wiedersehen macht Freunde“

von Carlo Wanka

BERLIN – Alfons, die Kunstfigur mit dem Puschelmikrofon von Emmanuel Peterfalvi, ist seit den 90ern nicht mehr von unseren TV-Bildschirmen verschwunden. Der gebürtige Franzose, Ingenieur für Kommunikationstechnologie, hat mit Alfons einen Charakter erschaffen, der so eigenständig ist, dass er sich den gängigen Kriterien von Kabarett und Comedy entzieht. „Ach, der komische Franzose mit dem merkwürdigen Mikrofon, ja den habe ich schon gesehen. Der ist lustig.“, sagte neulich ein Freund, der mit Kleinkunst so gar nichts am Hut hat. Ja, Weiterlesen

Starlight go, Pussy no! – Kritik Roman Weltzien

Roman Weltzien: Brainwashed!

von Carlo Wanka

BERLIN – „Pimmel-Witz ist nicht so deins?“, fragt Weltzien einen Mann, nachdem er keine großartige Reaktion vom Publikum des ComedyClub Kookaburra erhält. Also folgert er unverdrossen: „Eher die Kabarettfraktion? – Ja, ich sehe das hier am Hemd oder so.“ Damit leitet er zum Konflikt zwischen Kabarett und Comedy über. Nach einigen unausgegorenen Erläuterungen erklärt er, dass man ihm schon gesagt hätte, dass es bei ihm egal sei, ob er Comedy oder Kabarett mache, denn bei ihm handele es sich sowieso immer um Kleinkunst. Jetzt ist er im Thema – in seinem Thema, Weiterlesen

So’ne coole Socke – Kritik Sebastian 23

Sebastian 23: Soloslamshow

von Carlo Wanka

BERLIN – Im vollbesetzten Mehringhof-Theater begrüßt Sebastian 23 smart das Publikum. Der Hinweis, dass er ein Kind der Poetry-Szene ist, haut in Berlin niemanden vom Hocker. Woanders, so Sebastian 23, wäre ein bewunderndes „Aha!“ oder „Oh, krass! Ein Poet“, noch besser „Der feine Herr, was bildet er sich ein? – Schleiche er sich, der Lump!“ zu hören gewesen. Konfus gibt er sich, erklärt, dass er sich selbst ständig ablenkt, und grinst. Seine Interaktion mit dem Publikum ist sympathisch, und daher hat er nach nicht mal zwei Minuten ein Theater voll Fans. Weiterlesen

Jurypreis und Publikumspreis für Maxi Schafroth beim Großen Kleinkunstfestival der Wühlmäuse 2017

Berlinpreis für Ingo Appelt, Ehrenpreis für Bruno Jonas

von Beate Moeller

BERLIN – Einmal im Jahr lassen die Wühlmäuse es richtig krachen: Beim Großen Kleinkunstfestival treten fünf Kandidaten live gegeneinander an, um einen Jury- und einen Publikumspreis zu gewinnen. Das rbb-Fernsehen überträgt die Bühnen-Show live – so kann das Publikum auch von zu Hause aus mitstimmen.

Außerdem werden zwei vorher bestimmte Preise vergeben. Den Berlinpreis erhält in diesem Jahr Ingo Appelt, der „nicht mal mehr im Straßenverkehr links abbiegen kann, weil da nur Kreisverkehr ist“. Bruno Jonas wird mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Weiterlesen

Mit Vollgas durch die Schlacht des Lebens – Kritik Patrizia Moresco

Patrizia Moresco: “Die Hölle des positiven Denkens“

von Carlo Wanka – mit Fotostream am Ende

BERLIN – Tagelang habe ich mich nun gequält, um eine Rezension zu Patrizia Morescos neuem Bühnenprogramm zu verfassen, die dem Anspruch der mich sehr belustigenden und zeitweise sehr faszinierenden Show dieser Lady gerecht werden lässt. Weiterlesen

Lachende Eier beim Deutschen Comedypreis 2016

Marianne Kolarik - Foto © Marianne KolarikKommentar von Marianne Kolarik

KÖLN – Heruntergezogene Mundwinkel hatten Seltenheitswert bei der Verleihung des Deutschen Comedypreises 2016 im Coloneum, der in der Köln-Ossendorfer Ödnis in 12 Kategorien verliehen wurde. In Anwesenheit zahlreicher RTL-Kameras, die dafür sorgten, dass nicht nur die Besucher des riesigen TV-Studios in den zweifelhaften Genuss der Veranstaltung kamen, sondern auch schmerzfreie Couch-Potatoes am Samstagabend (ab 22:15 Uhr). Weiterlesen

Vom Schreibtisch auf die Couch – Kritik Hans Gerzlich

hans-gerzlich-foto-pr-hans-gerzlich_600Hans Gerzlich: „So kann ich nicht arbeiten“

von Marianne Kolarik

KÖLN – So ein BWL-Studium hat entschieden etwas Gutes: Man lässt sich so schnell nichts mehr vormachen, was die miesen Praktiken von Konzernen angeht. Als gemeiner Arbeitnehmer ist man den hohen oder weniger hohen Herrschaften hilflos ausgeliefert. Erst hat die Menschheit mühsam das Sprechen und Schreiben gelernt, dann kam das Handy. Kurz: sie hat sich von der Bodenhaltung, über die Käfighaltung bis zur Buchhaltung hochgearbeitet.
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St. Ingberter Pfannen für Delta Q., Cornelia Fritzsche mit Ursula von Rätin und Daphne de Luxe

logo_sting-sieger-blass_2016Vier Preise für drei Gewinner

ST.INGBERT – Nach vier Tagen Wettkampf der zwölf teilnehmenden Einzelkünstler und Gruppen im saarländischen Sankt Ingbert stehen die Gewinner fest. Die Jury vergibt ihre beiden gleichwertigen Preise an die A-Capella-Gruppe Delta Q. und die Puppenspielerin Cornelia Fritzsche mit ihrer Rattenpuppe Ursula von Rätin.

Der vom Kultusminister gestiftete Preis der Jugendjury geht an Daphne de Luxe.
Bleibt noch zum Schluss das Votum des Publikums. Das entschied sich ebenfalls für die vier Jungs von Delta Q. aus Berlin.

Jeder der vier Preise ist mit einer exklusiven Kupferpfanne aus französischer Herstellung und 4.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am Freitag, 9. September 2016 in der Stadthalle von Sankt Ingbert statt. Weiterlesen

Woche der Kleinkunst in St. Ingbert 2016 – Vierter Wettbewerbstag

logopfanne-4-tag-2016Liese-Lotte Lübke, Alain Frei und Belle Mélange

von Gilles Chevalier

ST. INGBERT – Am letzten Wettbewerbstag in St. Ingbert tritt Liese-Lotte Lübke vor das Publikum, um Ausschnitte aus ihrem Programm „Kopf in den Sand“ zu spielen. Sie setzt sich an den Flügel und wundert sich über den „Silberwald“, also die vielen Grauhaarigen im Publikum. Ein freundliches Mitmach-Lied mit Aufstehen und Tanzen leitet den Auftritt ein.
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Woche der Kleinkunst in St. Ingbert 2016 – Dritter Wettbewerbstag

philipp-scharri-foto-2016-bonmot-berlin-ltdDie Mobilés, Jens Heinrich Claassen und Paul Weigl

von Gilles Chevalier

ST. INGBERT – Am dritten Abend kann der Moderator des Wettbewerbs, Philipp Scharri, gleich neun Künstler zu einem Auftritt bitten. Scharri hält sich mit seinen Moderationen und Warm-ups für die Fernsehaufzeichnungen auch in diesem Jahr erfreulich zurück. Weniger ist eben mehr, was sogar für seinen Anzug gilt, der in diesem Jahr in einem angenehmen Blau gehalten ist.
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Woche der Kleinkunst in St. Ingbert 2016 – Zweiter Wettbewerbstag

LOGOpfanne 2-Tag 2016Ursula von Rätin, Daphne de Luxe und Starbugs Comedy

von Gilles Chevalier

ST. INGBERT – Ein Dresdner Frauenduo der besonderen Art eröffnet den zweiten Wettbewerbstag: Ursula von Rätin zeigt Ausschnitte aus dem Programm „Kabaratte sich wer kann“.

Ursula von Rätin ist eine Puppe in Gestalt einer Ratte, deshalb ist sie auf die Hilfe der Puppenspielerin Cornelia Fritzsche angewiesen. Ursula hieß übrigens in ihrem früheren Leben Volodya und war ein Rattenbock. Er spielte im Puppentheater Dresden und verschwand nach der Wende für mehr als zehn Jahre im Fundus, wo er von Cornelia Fritzsche gefunden und kurzerhand einer Geschlechtsumwandlung unterzogen wurde. Weiterlesen

Die Wühlmäuse im Quasimodo – Premierenkritik

2016-09-01-zum-lachen-in-den-keller-001-foto-carlo-wankaGroße Eröffnung der neuen Reihe am 1. September 2016

von Carlo Wanka

BERLIN – Auf die neue Kooperation mit den Wühlmäusen und dem Jazz-Club Quasimodo hatten wir HIER schon hingewiesen. Nun war es so weit:

Die bunt gemischten Eröffnungs-Show von „Zum Lachen in den Keller“, solala moderiert von Lo Malinke, (Malediva), bot eine spanende Mischung. Als Gäste waren Michael Frowin, Lennart Schilgen, Markus Barth, Anna Schäfer mit Jochen Kilian (Piano) & Kim Jovy (Sax) und Kay Ray in der herausgeputzten Keller-Location zu erleben.

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Leben heißt Veränderung – Kritik Özcan Cosar

Özcan Cosar - Foto Gianni D. PhotographyÖzcan Cosar: „Du hast dich voll verändert“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Open-Air-Veranstaltungen sind eine tolle Sache. Richtig angenehm sind sie aber erst, wenn sie auch überdacht sind – so wie der Open-Air-Bereich in der Berliner ufaFabrik. So hatte der zeitweilige Regen keine Chance, die gute Stimmung bei Özcan Cosars Auftritt zu trüben.

„Du hast dich voll verändert“ heißt das zweite Programm des schwäbischen Comedians mit türkischen Eltern. Die Verbindung des Künstlers zur Türkei spiegelt sich auch im Publikum wieder: Weiterlesen