Unehrlich tut niemandem weh – Kritik Helmut Schleich

2016-04-02 Helmut Schleich - ufa 1 - Foto © Carlo WankaHelmut Schleich: „Ehrlich“
von Beate Moeller

BERLIN – Vieles, was ein gutes Kabarettprogramm haben sollte, hat „Ehrlich“ von Helmut Schleich: Der Solist spielt verschiedene Figuren. Das teilt einen langen Abend in Abschnitte auf. Gestik, Mimik und Sprechweise werden so schnell gewechselt wie die Kostüme auf offener Bühne. Dazu reicht ein Kleiderständer als Bühnenbild – neben Tisch und Stuhl. Das Minimum für die Kleinkunst.

Schauspielerisch sauber sind die Rollen gearbeitet – egal ob Heinrich von Horchen mit weißem Schal und Zylinder (der Gesangslehrer von Annodazumal: Willy Fritsch, Marika Rökk und Johannes Heesters), Franz Josef Strauß oder der Künstler selbst im großmustrigen Rosenjackett. Weiterlesen

Ehrlich gut: Helmut Schleich dieser Tage in Berlin

Helmut Schleich Ehrlich - Foto © Martina Bogdahn„Ehrlich“ heißt kurz und knapp der Titel. Seit heute und noch bis zum Samstag, 2. April, spielt der bayerische Kabarettist Helmut Schleich sein Solo in der ufaFabrik. Kurz nach der Uraufführung Anfang Mai 2014 hat unser Kritiker Gilles Chevalier das Stück im Berliner Mehringhoftheater gesehen und – war begeistert. Grund genug, die Kritik von damals noch mal hervorzukramen.
Eine Empfehlung.

von Gilles Chevalier

BERLIN – Mit sieben Charakteren gestaltet Helmut Schleich einen aufregenden Abend. Elfmal wechselt er dabei auf offener Bühne die Figuren.
Weiterlesen

Ehrlich gut: Helmut Schleich – Kritik

Helmut Schleich Ehrlich - Foto © Martina BogdahnHelmut Schleich: „Ehrlich“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Seit Mai 2014 tobt Helmut Schleich mit seinem inzwischen sechsten Solo-Programm „Ehrlich“ über die Kabarettbühnen. Mit sieben Charakteren gestaltet er einen aufregenden Abend. Elfmal wechselt er dabei auf offener Bühne die Figuren – so auch im Berliner Mehringhoftheater.

Heinrich von Horchen ist natürlich wieder mit dabei. Der „Gesangslehrer von Willy Fritsch, Marika Rökk und Johannes Heesters“ sinniert über den Wert alter Menschen aus Sicht der Gesundheitsindustrie: „Der Wert, den sie haben, ist der Wert als Patient. Nur sterben dürfen sie nicht, dann sind sie wertlos.“ Das ist eine ungewohnt harte Aussage für eine Schleich-Figur. Sie fügt sich in dieses Programm, das vordergründig ein komödiantischer Spaß ist. Hört man dann auch noch genau zu, findet man Gesellschaftskritisches in jeder Nummer. Weiterlesen