Auch ein bisschen wie Medizin … – Fernsehkritik

Helge hat Zeit - WDR Oliver HeischHelge Schneider im WDR-Fernsehen mit „Helge hat Zeit“

TV (hs) – Der WDR kreißte und gebar … eine Talkshow! „Um Himmels willen, nicht noch eine!“ dachte da der Zuschauer. Eine neue Tiersendung, diesmal vielleicht mit Kaker-laken, Nilpferden und Co.? Ja, wenn’s denn sein muss. Oder eine neue Rankingshow: Die zehn mediengeilsten Regierungs-präsidenten der Nordrheinwestfalen.

Könnte ganz unterhaltsam werden. Wenn’s gar nicht anders geht, auch eine neue Koch-Show: Allwetterkoch Björn Freitag verkocht abgelaufene Lebensmittel zu Kohlebriketts. Aber eine neue Talkshow? Noch eine? Und dann auch noch mit Helge Schneider? Kann der das überhaupt?

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Peinliche Damen und freche Frauen im Fernsehen – Kritik

Ladies Night_Okt_2012 ©Foto WDR_Melanie Grande
„Ladies Night“ am Samstag im WDR

KÖLN (mk) – Die Kamera ist allgegenwärtig, wenn im Kölner Gloria Theater die „Ladies Night“ aufgezeichnet wird. Weiterlesen

Opulente Vielfalt weiblicher Comedy-Kompetenz – Fernsehkritik

Ladies_Night Foto Pressestelle WDR
„Ladies Night“ – Gerburg Jahnke und Gäste –
Aufzeichnung im Kölner Gloria Theater und Ausstrahlung im WDR

KÖLN (rh) – Sechsmal im Jahr verwandelt sich das ehemalige Kölner Porno-Kino „Gloria“ in eine Herberge für Gerburg Jahnkes Frauen-Fernsehbespaßung „Ladies Night“ im WDR. Es ließe sich ja noch streiten, ob ein Porno-Kino dem Rotlichtmilieu zuzurechnen wäre, spätestens aber, wenn das Fernsehen im ganzen Theater seine Kameras, nebst vieler roter Lämpchen aufbaut, dürfte sich diese Frage erledigt haben. Weiterlesen

KRÖMER – Late Night Show – Fernsehkritik

Kurt Krömer - Foto rbb Daniel PorsdorfGanz der Alte! – „Immer ran an det Volk“

BERLIN (bm) – Kurt Krömer ist und bleibt Kurt Krömer. Ein „Imagewechsel“ war uns vollmundig angedroht worden – aber: Wer kann schon raus aus seiner Haut? Also. Kackfrech wie immer, schlagfertig wie immer. Prompte Antworten können übrigens durch Substanz ungemein gewinnen. Aber das nur nebenbei. Weiterlesen

Reim gewinnt – Fernsehtipp

Heute, Montag, 2. Juli 2012, 20.15 Uhr: 3sat

MAINZ – Toll! „Reim gewinnt!“ hat den Sprung von zdf-kultur auf 3sat geschafft. Eine schräge Mischung aus Comedy und Dichtung, eine Art komischer Poetry-Slam im Flimmerkistenformat, bei dem vier Künstler um die Gunst des ungerechten Moderators Helge Thun buhlen, indem sie dichten, was das Zeug hält.
Christine Prayon, Philip Simon, Bodo Wartke und Udo Zepezauer, die andere Hälfte von ‚Helge und das Udo‘, sind die Kandidaten. Unsere Empfehlung für heute Abend ist unsere Kritik von damals – einfach wegen der Sensation der gereimten Kritik von Uli Kraft und Rainer Ernst. Weiterlesen

Reim gewinnt – Fernsehkritik

MAINZ – „Reim gewinnt!“ heißt die neue Fernsehsendung auf zdf-kultur. Eine schräge Mischung aus Comedy und Dichtung, eine Art komischer Poetry-Slam im Flimmerkistenformat, bei dem vier Künstler um die Gunst des ungerechten Moderators Helge Thun buhlen, indem sie dichten, was das Zeug hält.
Christine Prayon, Philip Simon, Bodo Wartke und Udo Zepezauer, die andere Hälfte von ‚Helge und das Udo‘, waren die Kandidaten in den ersten beiden Pilotfolgen an den vergangenen beiden Sonntagen. Dem Anlass entsprechend erscheint unsere Kritik in Reimform. Weiterlesen

Monika Gruber: Leute, Leute! – Fernsehkritik

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Aufgekocht: Die Themen der Boulevardpresse im zdf – oder: Warum ein Germknödel nicht in einen Strohhalm passt

BERLIN (bm) – „Christian Wulff ist der Shooting Star 2012“, stellt Monika Gruber fest und regt sich auf: Wie man in so kurzer Zeit nur auf so viele Titelblätter kommen kann! „Mit diesem Nullgesicht!“ Und schmollt „Meine geliebten Titelseiten werden von einem Langweiler blockiert!“
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Helge Schneider bei Stefan Raab – Fernsehkritik

Stefan + Helge - Foto2 www.helge-schneider.deDie üblichen Verdächtigen: Einer der besten Sänger der Welt und ein großartiger Taschendieb

BERLIN/ tv (bm) – Bob Arno, ein internationaler Show Star war zu Gast bei Stefan Raab in der 1.720. Folge seiner Dauerfernsehsendung auf Pro7.

Schade, dass Raab dem König der Taschendiebe so wenig Beachtung geschenkt hat, einem Künstler, der in Peking Weiterlesen

maschek: 101010 – Ein revolutionärer Fernsehtag

Spott auf Speed

WIEN (pb) – Mit seiner scharf geschliffenen Text-Bild-Schere durchpflügt das preisgekrönte Trio „maschek“ auch in seinem neuen Bühnenprogramm „101010 – ein revolutionärer Fernsehtag“ wieder mit schnellen Schnitten die weltweiten TV-Bilder eines einzigen Sendetags : Nachrichten, Interviews, Magazin-Beiträge, Talk- und Casting-Shows. Vor den frech-witzigen und vor keinem Unfug gefeiten Neudeutungen und Umvertonungen der Herren Hörmanseder, Salamun und Stachel ist keine Sendung sicher.

maschek 101010 - Foto © katsey.orgDer 10. Oktober 2010 war natürlich alles andere als ein besonders „revolutionärer Fernsehtag“. Sich bei der Suche nach verwertbarem Bildmaterial auf einen Tag des Jahres zu beschränken, mag wie ein besonders bedeutungsvoller Zufallsgenerator oder zumindest wie eine künstlerische Herausforderung anmuten, ist aber in erster Linie eine Arbeitserleichterung. Die Beschränkung ist des Trios unverzichtbarstes Instrument bei der Bewältigung der Bilderflut. Sie ermöglicht ihm, den Überblick über ihren Werkstoff nicht ganz zu verlieren. Und sie schafft die Basis für den kuriosen Witz, der vor allem daraus resultiert, dass aberwitzige Zusammenhänge konstruiert und erstaunliche Bögen oftmals mit erfrischender Brutalität und naheliegenden Pointen gnadenlos übers Knie gebrochen werden müssen.

Durchaus erhellend ist auch – z.B. mittels Bildern von Gaddafi und Mubarak in selbstgefälligen Machtposen – daran erinnert zu werden, was vor einem Jahr noch alles ganz anders war. In der „maschek“-Version versuchen die beiden Ex-Potentaten ihren Kollegen Assad davon zu überzeugen, sich doch H.C. Strache als Double zuzulegen. Ein zweiter Bildungsweg, für den es noch nicht zu spät wäre. Hugo Chavez lassen „maschek“ eine neue Weltwährung aus Tomaten ins Leben rufen, Kim Jong-Il hat eine Blumenallergie und bemüht sich, den Tourismus in Nord-Korea anzukurbeln, die deutsche Bundeskanzlerin Merkel kommandiert ihren türkischen Amtskollegen Erdogan durch eine chaotische Pressekonferenz und der ohnedies schon regelmäßig zu unfreiwilliger Realsatire tendierende ZDF-„Fernsehgarten“ verkommt zu einer lächerlichen Verkaufsshow für japanische Billig-Regenschirme. Grandios.

Höhepunkt der angemessen respektlosen Neu-Synchronisationen – denn die Opfer des „maschek“-Spotts sind ja in erster Linie Politiker und TV-Shows, die durchwegs deutlich Schlimmeres verdient hätten, als zu höheren Ehren der Bühnenunterhaltung durch den Kakao gezogen zu werden – ist ihre akustische Bearbeitung des Festakts „90 Jahre Kärnten“. Die Gespräche und Kommentare der hinter den Rednern auf der Würdenträger-Tribüne platzierten Ehrengäste gingen bei der Premiere von „101010“ fast im Gelächter des Publikums unter.

Auch wenn „maschek“ bei ihrem hemmungslosen Hang zu Blödeleien gelegentlich ihr roter Faden der Weltwirtschaftskrise abhanden kommt und die eine oder andere etwas langatmigere Szene – mit Juliette Lewis beispielsweise – für Spaß-Pausen sorgt, bietet auch das jüngste Ergebnis dieser bereits bestens bewährten und unverändert so was von abendfüllend amüsanten „maschek“-Methode wieder eine sehr empfehlenswerte Mischung aus entlarvender Satire und schwerelosem Nonsens. Der Vorfreude auf ein voraussichtlich von fröhlichen Faschingswitzen schwer gezeichnetem Fortsetzungsprogramm namens „111111“ steht somit nichts im Weg.

Peter Blau © 2011 KabarettAT

nächste Termine:
Fr + Sa, 14. + 15. Oktober: Berlin, BKA-Theater
Di, 18. Oktober: München, Lustspielhaus
Mi + Do, 26. + 27. Oktober: Wien, Rabenhof-Theater

verwandter Beitrag auf www.liveundlustig.de :
Happy Zapping on Doomsday mit maschek

www.maschek.org

Kabarett aus Franken – Kritik

Hopfenundmalzheiterkeit für die breite Masse

TV (bm) – Vielleicht bedeutet ja in Franken die Buchstabenkombination ‚Kabarett‘ etwas ganz anderes als im Rest des deutschsprachigen Raums. Nur vor dem Hintergrund einer solchen Überlegung könnte es gelingen, annäherungsweise zu verstehen, warum diese 60 Minuten bierseliger Unterhaltung im Bayerischen Fernsehen am Freitag unter dem Titel ‚Kabarett aus Franken‘ ausgestrahlt werden.
BR-online-PublikationDas Moderatorenduo Bernd Händel und Norbert Neugirg – offenkundig als Dick-und-Doof-Paar konzipiert – dümpelt ungeniert durch flache Wasser und geht selbst dort mangels Pointendichte problemlos baden. Weiterlesen

Pelzig hält sich – Kritik

Pelzig hält sich, ZDF Tobias HaseZukunftsweisend – Gunther Moll, Ralph Dawirs und Frank-Markus Barwasser
© 2011 zdf, Tobias Hase

TV (bm) – Wozu braucht die Fernsehnation noch eine weitere Talk-Show?, mag sich manch einer gefragt haben, und warum müssen jetzt Kabarettisten auch noch anfangen zu talken?, und warum auch noch ausgerechnet Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig, der doch gerade im ZDF zum CoModerator neben Urban Priol von ‚Neues aus der Anstalt‘ aufgestiegen ist? Weiterlesen

Der erste Satire Gipfel mit Dieter Nuhr – Kritik

1. SatireGipfel mit Dieter Nuhr - foto & montage carlo wanka

… hat gar nicht weh getan!

Zu Gast: Tina Teubner, Alfred Dorfer, Matze Knop und Andreas Rebers

BERLIN (bm) – „ Politische Peinlichkeiten, Skandale, der Irrwitz des Alltags – Dieter Nuhr läßt sich nichts entgehen, was er humorvoll sezieren oder mit beißend scharfen Worten kommentieren kann.“ So vollmundig kündigt die ARD den Nachfolger von Mathias Richling als Moderator des Satire Gipfels an. Leere Versprechungen.

Denn es kam nur heiße Luft. Ein harmloses Plauderstündchen Weiterlesen

Happy Zapping on Doomsday mit maschek – Premierenkritik

maschek 090909

maschek: 090909

Medienspott, Politsatire und blanker Unfug – ein brillantes Weltuntergangs-Szenario

WIEN (pb) – Blöd jetzt. Der Untergang der Erde steht unmittelbar bevor. Die Nordpolkappe schmilzt. Und das innerhalb von 24 Stunden. Der Menschheit letzter Tag ist angebrochen. Und das nur, weil ein paar Schweizer Umweltaktivisten Mist gebaut haben … mehr

Der Bart ist ab! Hagen Rether rasiert sich beim letzten Satire Gipfel mit Mathias Richling – Fernsehkritik

MÜNCHEN (bm) – Es ist vollbracht. Die Dialekt sprechende Anziehpuppe des deutschen Fernsehkabaretts hat ihren letzten Satiregipfel abgedreht. Auf 23.45 Uhr hatte die ARD inzwischen Mathias Richling mit seiner ermüdenden Parodie auf eine Nachrichtensendung verbannt. (…)

Und dann kommt Hagen Rether, Weiterlesen
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