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Posts Tagged ‘Kritik’

Mama auf LSD, Gitarren okay – Kritik Simon & Jan

24. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Simon & Jan - Foto © Michael J RuettgerSimon & Jan: „Halleluja!“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Schon merkwürdig: Auch Simon & Jan werden älter. Das merken sie unter anderem daran, dass Leonard Cohen (1934-2016), ein Held ihrer Kindheit, gestorben ist. Nach dem von ihm geschriebenen Song „Halleluja!“ haben sie ihr drittes abendfüllendes Programm benannt, mit dem sie im Laufe des Köln Comedy Festivals in der Comedia gastierten – und das die Zuschauer am Ende des Abends zu einem großen Chor verschmolz, der auf zwei „Dirigenten“ hörte.

Zu Beginn hatten sie das Weiterlesen …

Ungezügelt sündhaft – Sia Korthaus Premierenkritik

23. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Sia Korthaus Köln - Foto © Simin KianmehrSia Korthaus: „Lust auf Laster“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Nein, Fernfahrer hatten sich nicht ins Senftöpfchen-Theater verirrt, um alles über Laster zu erfahren. In „Lust auf Laster“, so der Titel des neuen Programms von Sia Korthaus, mit dem sie im Rahmen des Köln Comedy Festivals eine umjubelte Premiere feierte, ging es vielmehr um verbotene Leidenschaften wie Wollust („auch Lust kann zum Laster werden“), Völlerei und Faulheit – also ganz alltägliche „Sünden“, die das gewisse Etwas besitzen, kurz: sexy sind.

Dabei belässt es Korthaus allerdings nicht. Sie holt auch eine Vierjährige und die circa 90jährige Oma Emmi auf die Weiterlesen …

Finanzkomikerin mit 19% Mehrwertgags – Jacqueline Feldmann Kritik

21. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Jacqueline Feldmann: „Plötzlich Zukunft! Konnt‘ ja keiner wissen …“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Als Comedienne können einem Dinge passieren, mit denen man nicht gerechnet hat“, bekennt Jacqueline Feldmann am Ende eines rundherum unterhaltsamen, mit spontanen Einlagen gespickten Stand-up-Abends im Subway, der im Rahmen des Köln Comedy Festivals über die Bühne ging. „Zum Lachen in den Keller“, so der Titel der verdienstvollen Reihe, in dessen Verlauf mehr oder minder bekannte Newcomer einen speziellen Blick auf die Welt werfen. „Plötzlich Zukunft! Konnt‘ ja keiner wissen“ heißt Weiterlesen …

Kategorien:Comedy, Kabarett, Kritik

Faust im Lavendelbad – Premierenkritik Sven Ratzke

19. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Foto © Barbara Braun_MuTphotoIn seiner neuen Show „Homme Fatale“ unternimmt Sven Ratzke einen musikalischen Roundtrip

von Axel Schock

BERLIN – Sven Ratzke hat ganz offenbar zu heiß gebadet. Oder der vermeintliche Lavendelextrakt enthielt noch ganz andere Ingredienzen und hat ihm ordentlich die Sinne vernebelt. Für Menschen, die auch auf Bühnenbrettern ein Mindestmaß an Rationalität abfordern, wäre dies wohl die einzige Erklärung, um dem deutsch-niederländischen Entertainer auf seinem Trip folgen zu können.
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Schlaglöcher überbrücken – Premierenkritik Jess Jochimsen

18. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Foto © Britt SchillingJess Jochimsen: „Heute wegen gestern geschlossen.“

von Marianne Kolarik

KÖLN – „Heute wegen gestern geschlossen“ heißt das neue Programm von Jess Jochimsen, mit dem er in der Comedia im Rahmen des Köln Comedy Festivals gastierte. Hört sich zunächst etwas kryptisch an, wird von dem in Freiburg im Breisgau lebenden Künstler aber plausibel erläutert: Gestern gab es ein rauschendes Fest, die Teilnehmer müssen ausschlafen und schließen den Laden kurzerhand – wegen gestern.

Das ist allerdings längst nicht alles, Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik, Premiere

Zwei Frauen schaffen das Geld ab – Premierenkritik

16. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Einmalig - Anny Hartmann & Christine Prayon - Foto FB Köln LachtAnny Hartmann & Christine Prayon: „Einmalig!“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Frau Merkel bekommt nur 250 000 Euro pro Jahr – da kommen mir die Tränen. Fast alle Regierungsbeamten seien bestechlich, meint Anny Hartmann in der schönen großen Aula des Hildegard von Bingen Gymnasiums (HvB), wo sie zusammen mit Christine Prayon (aka Birte Schneider aus der zdf-„heute show“) im Rahmen des Köln Comedy Festivals einen Abend bestreitet, den niemand der Anwesenden so schnell vergessen wird. „Einmalig“, so der passende Titel, ist das Zusammenspiel der beiden ganz und gar unterschiedlichen Künstlerinnen tatsächlich. In mehrerlei Hinsicht. Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik, Premiere

Prädikat „Premium Obsession“ – Geschichten aus tausend Abenden – Kritik Horst Evers

13. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Horst Evers: „1000“

von Carlo Wanka und Beate Moeller

BERLIN – Rekord: 1000 Auftritte allein im Kreuzberger Mehringhof-Theater! Johlender Applaus schon beim Auftritt. Das ist ein Grund zu feiern, und der Künstler geheimnisst, dass der 1000. noch in dieser Woche erreicht sein werde. Ob mit dem Mittwochsfazit, dem Jahresrückblicks-Team oder solo als Horst Evers. Für ihn kein Anlass, ein profanes ‚Best Of‘ zu bieten, sondern extra für ein Bühnenerlebnis der ganz besonderen Art hat er gründlich im Archiv gewühlt. Wenn da nur nicht gerade dieser Orkan Xavier gewesen wäre. Da erlebt ein umtriebiger Geschichtenerzähler schließlich so einiges.
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Kategorien:Comedy, Kabarett, Kritik

Kopfwäsche für Jammerlappen – Kritik Dieter Nuhr

10. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Dieter Nuhr: „Nuhr hier, nur heute“

von Carlo Wanka

BERLIN – Nur einer ist derart umstritten wie Dieter Nuhr. Nuhr selbst. Die Meinungen gehen da derb auseinander. Die einen halten ihn für einen oberflächlichen Unterhaltungsclown, die anderen liegen vor Begeisterung am Boden. Dazu ergeben die Neider mit den Bewunderern eine weitere Schnittmenge. Seit dreißig Jahren im Bühnengeschäft, steht er seinen Mann und als Liebling des rbb und der ARD ist er im Fernsehen überpräsent.

Egal ob Comedy- oder Kabarettpreisverleihungen, er moderiert jedes Genre und wird Weiterlesen …

Kategorien:Comedy, Kabarett, Kritik

Deutschpuscheln mit Migrationsfranzose – Kritik Alfons

7. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Alfons: „Wiedersehen macht Freunde“

von Carlo Wanka

BERLIN – Alfons, die Kunstfigur mit dem Puschelmikrofon von Emmanuel Peterfalvi, ist seit den 90ern nicht mehr von unseren TV-Bildschirmen verschwunden. Der gebürtige Franzose, Ingenieur für Kommunikationstechnologie, hat mit Alfons einen Charakter erschaffen, der so eigenständig ist, dass er sich den gängigen Kriterien von Kabarett und Comedy entzieht. „Ach, der komische Franzose mit dem merkwürdigen Mikrofon, ja den habe ich schon gesehen. Der ist lustig.“, sagte neulich ein Freund, der mit Kleinkunst so gar nichts am Hut hat. Ja, Weiterlesen …

Kategorien:Comedy, Kabarett, Kritik

Starlight go, Pussy no! – Kritik Roman Weltzien

4. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Roman Weltzien: Brainwashed!

von Carlo Wanka

BERLIN – „Pimmel-Witz ist nicht so deins?“, fragt Weltzien einen Mann, nachdem er keine großartige Reaktion vom Publikum des ComedyClub Kookaburra erhält. Also folgert er unverdrossen: „Eher die Kabarettfraktion? – Ja, ich sehe das hier am Hemd oder so.“ Damit leitet er zum Konflikt zwischen Kabarett und Comedy über. Nach einigen unausgegorenen Erläuterungen erklärt er, dass man ihm schon gesagt hätte, dass es bei ihm egal sei, ob er Comedy oder Kabarett mache, denn bei ihm handele es sich sowieso immer um Kleinkunst. Jetzt ist er im Thema – in seinem Thema, Weiterlesen …

Kategorien:Comedy, Kabarett, Kritik

Schmieren bis es flutscht – Kritik Anny Hartmann

30. September 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Anny Hartmann: „NoLobby is perfect“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Ein Lobbyist ist jemand, der Abgeordnete für seine Interessen zu gewinnen versucht, so steht es jedenfalls im Duden. Seit 1961. „NoLobby is perfect“ heißt das neue Programm von Anny Hartmann, mit dem sie nun bundesweit unterwegs ist. Der Qualabend sei ja vorbei, meint sie zu Beginn und erklärt erstmal, was Politiker umtreibt: Die Machterhaltung natürlich. Nicht das bisschen Kohle, das sie monatlich einstreichen. Da hätten sie in der Wirtschaftsbranche weitaus bessere Karten.

Das habe schon Dieter Hildebrandt gewusst – und gesagt, betont die studierte Volkswirtschaftlerin mit Sparkassen-Hintergrund. „To big to fail“ – also: zu groß, um zu scheitern – sei nicht Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik

Ein ausgewachsener Klein(kunst)bürger – Premierenkritik Florian Schroeder

26. September 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Florian Schroeder: „Ausnahmezustand“

von Gilles Chevalier

BERLIN – In den ausverkauften Berliner Wühlmäusen hat Florian Schroeder die Premiere seines Programms „Ausnahmezustand“ gefeiert. Der Spiegel, den er seinem Publikum vorhält, ist diesmal größer und polierter, als in früheren Shows.

Sicherlich ist es den letzten Zügen des Bundestagswahlkampfs geschuldet, dass sich Schroeder eine gefühlte halbe Legislaturperiode lang mit den Standpunkten der Parteien auseinandersetzt – wobei er Die Linke geflissentlich übergeht. Doch das verzeiht das Publikum. Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik, Premiere

Jurypreis und Publikumspreis für Maxi Schafroth beim Großen Kleinkunstfestival der Wühlmäuse 2017

19. September 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Berlinpreis für Ingo Appelt, Ehrenpreis für Bruno Jonas

von Beate Moeller

BERLIN – Einmal im Jahr lassen die Wühlmäuse es richtig krachen: Beim Großen Kleinkunstfestival treten fünf Kandidaten live gegeneinander an, um einen Jury- und einen Publikumspreis zu gewinnen. Das rbb-Fernsehen überträgt die Bühnen-Show live – so kann das Publikum auch von zu Hause aus mitstimmen.

Außerdem werden zwei vorher bestimmte Preise vergeben. Den Berlinpreis erhält in diesem Jahr Ingo Appelt, der „nicht mal mehr im Straßenverkehr links abbiegen kann, weil da nur Kreisverkehr ist“. Bruno Jonas wird mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Weiterlesen …

Blick über die eigene Schulter in die Welt – Premierenkritik Mathias Tretter

5. Juli 2017 1 Kommentar

Tretter_Pop 1 Kopf

Mathias Tretters neues Programm „Pop“

von Harald Pfeifer

LEIPZIG – Kabarettisten sind etwas in der Zwickmühle. Einerseits trachten sie danach, ihre Weltsicht unmissverständlich zu erklären, andererseits wollen sie dem Vorwurf entgehen, ihr Publikum nur zu belehren. Da ist man im Zeitalter der ambitionierten Amateure sehr empfindlich. Mathias Tretter hat da seinen Weg gefunden. Wenn es um Haltung geht, lässt er keinen Zweifel offen, er nimmt sich dann aber auch selbst als abschreckendes Beispiel, geht über zum Rollenspiel, treibt sein Solo ins Absurde, auch die Kalauer lässt er nicht aus, und doch bleibt Tretter bei allem immer ganz seiner Intension treu. All seine Mittel nutzt er auf der Bühne dabei mit auffallender Sicherheit. Gekonnt wirft er einen Blick über die Schulter in die ach so verkommene Welt. Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik, Premiere

Stilvoll abgehen, aber vorher richtig l(i)eben – Kritik Reinhild Kuhn

 

Reinhild Kuhn: „Up-Leben. Ein lebensfroher Abend über die Vergänglichkeit.“

von Beate Moeller

BERLIN – Reinhild Kuhn bringt Glanz in eine Sperrmüllansammlung, die an Schäbigkeit ihresgleichen sucht und sich keck „Theater Zukunft“ nennt. Offene Mauerbruchstellen (sic!) umrahmen den als Bühne genutzten Platz. Auf dem Boden ein verblichener Billigteppich. Pianistin Fee Stracke muss auf einem hölzernen Küchenstuhl sitzen, der irgendwann vielleicht mal hellblau oder türkis angestrichen gewesen sein mag. Elegant am Mikrofon die Sängerin Reinhild Kuhn im Weiterlesen …