Kopfwäsche für Jammerlappen – Kritik Dieter Nuhr

Dieter Nuhr: „Nuhr hier, nur heute“

von Carlo Wanka

BERLIN – Nur einer ist derart umstritten wie Dieter Nuhr. Nuhr selbst. Die Meinungen gehen da derb auseinander. Die einen halten ihn für einen oberflächlichen Unterhaltungsclown, die anderen liegen vor Begeisterung am Boden. Dazu ergeben die Neider mit den Bewunderern eine weitere Schnittmenge. Seit dreißig Jahren im Bühnengeschäft, steht er seinen Mann und als Liebling des rbb und der ARD ist er im Fernsehen überpräsent.

Egal ob Comedy- oder Kabarettpreisverleihungen, er moderiert jedes Genre und wird Weiterlesen

In Memoriam: Reinhard Hippen

Heute wäre der Gründer des Deutschen Kabarettarchivs 70 Jahre alt geworden

BERLIN (bm) – Reinhard Hippen war der beste Kenner der Kabarettgeschichte, und er war unser Freund. Deshalb möchten wir, Carlo und Beate, heute an ihn erinnern. Mit dem Nachruf von Beate Moeller, den der Bayerische Rundfunk gesendet hat. Reinhard Hippen ist am 25. April 2010 gestorben.

Hippen Café - Foto BonMoT-Berlin„Er konnte wirklich jede Frage in Sachen Kabarett beantworten. Und er hat es gern getan, leidenschaftlich gern. Denn das Kabarett war sein Leben. Seine selbst gestellte Aufgabe. Seine Passion. Aus ganz Deutschland sind Autoren, Journalisten und Künstler zu ihm nach Mainz gereist, wenn ein Projekt anstand, zu dem noch Informationen oder Hintergründe fehlten.

Egal, was man brauchte, von ihm bekam man es: Zeitungsausschnitte, Programmhefte, Songtexte Weiterlesen

Georg Kreisler im Interview – Taubenvergiften für Fortgeschrittene

RBB Kulturradio, Sonntag, 26. Juni, 19.04 – 20 Uhr*

Georg Kreisler (Foto: www.kulturradio.de)BERLIN (bm) – Mit Liedern wie Taubenvergiften im Park, vorgetragen mit breitem Lächeln zu heiterer Klaviermusik, ist er in den fünfziger Jahren bekannt geworden. Bis heute haben Georg Kreislers schwarzhumorige Everblacks eine große Fangemeinde. Dabei würde er viel lieber für seine Romane, Theaterstücke und Opern gewürdigt werden. Im Juli wird Kreisler 89 Jahre alt. Soeben von seiner Abschiedstournee zurückgekehrt, blickt er zurück, erzählt Weiterlesen

Neuer Service: Terminkalender Berlin

Beate Moeller (c) foto carlo wankaLiebe Freundinnen und Freunde der Unterhaltungskunst, liebe Berlinerinnen und Berliner, herzlich willkommen Ihr Touristinnen und Touristen,
rechtzeitig vor Ostern legt Euch allen live & lustig ein echtes Überraschungsei ins Nest! Eine kleine, bescheidene, subjektive Auswahl dessen, was man in dieser komischen Großstadt so erleben kann. Einfach mal oben auf den Reiter Was wird gespielt? Berlin im April 2011 klicken!
Viel Vergnügen
wünscht
Beate Moeller

Harmlose Spitzfindigkeiten – David Leukert

David Leukert

David Leukert: Vom Single zur Kleinfamilie – Kritik

BERLIN (gc) – Der Programmtitel klingt nach Fortbildung oder Anleitung zur persönlichen Weiterentwicklung. Da gleitet dem geübten Single sofort der Blick zur Seite. Doch leider: Hier ein ausgeprägter Bierbauch an einem Herrn gesetzten Alters; dort ein leerer Sitz. Einer der wenigen an diesem Sonnabend Nachmittag in den Berliner ‚Wühlmäusen‘.

David Leukert verspricht im Untertitel „Das Beste aus fünf Programmen“. Seinen fünf Programmen, mit denen er seit über 15 Jahren auf Tour ist. Davor hat er Pädagogik studiert und einen Sohn gezeugt. Über Baumpflanzungen und Bauherrenprojekte ist nichts bekannt. Da ist einige Lebenserfahrung auf der Bühne, von der Leukert freimütig erzählt: „Mein siebzehnjähriger Sohn lebt bei seiner Mutter. Er ist alleinerziehend.“ Dieser Sohn bildet die Klammer, denn er will sich bei ‚Deutschland sucht den Superstar‘ bewerben. Leukert holt nun aus und beschreibt die Probleme einer Patchwork-Familie.

Dann aber wird es geschichtlich, mit einem Blick auf die Verkupplungsshows im Fernsehen der neunziger Jahre, mit Erinnerungen an Erlebnisse auf Autobahnen und mit Monteuren der Deutschen Telekom. Es ist eine Art Lebensbeichte des ruhigen Mitbürgers in seinen Vierzigern. Er spielt ein wenig mit Dialekten und zur Auflockerung an der Gitarre und der Mundharmonika. David Leukert sucht seine Vaterrolle zu füllen. Er sucht bei der Globalisierung, bei der Volksmusik- und Schlagerveralberung, bei Begrüßungsritualen in Deutschland und der Welt, ja selbst beim Besuch in der Kosmetikabteilung. Nur fündig wird er nicht.

David Leukert hat auch eine Zeitlang im ‚Quatsch Comedy Club‘ moderiert. Das Moderieren ist ganz sicher sein Ding. Über die ganze Show hinweg bietet er ein buntes Sammelsurium harmloser Spitzfindigkeiten. Zweifellos tauglich für eine schöne Conférence, für einen eigenständigen Abend jedoch nicht gehaltvoll genug. Doch was zählt des Kritikers Meinung, wenn das Publikum intensiv und herzlich applaudiert? Es hatte seinen Spaß. Na bitte.

Gilles Chevalier © 2011 BonMoT-Berlin Ltd.

nächste Termine:
24. – 26.3.2011 Mainz, unterhaus

www.davidleukert.de