Alfons: Mein Deutschland – Kritik

Alfons (Foto © SR Pasquale d'Angiolillo)

Entlarvende Einblicke in eine regulierte Nation

BERLIN (gc) – Trotz sommerlicher Hitze sind die Berliner Wühlmäuse gut besucht und gut gekühlt. Alfons, der Spaßmacher aus Frankreich, tritt auf und will den Deutschen einen Spiegel vorhalten. Dazu zeigt er die besten Filme seiner Straßenumfragen. Merkwürdig nur, dass die einem fast alle schon aus seinem ersten Bühnenprogramm Die Rückkehr der Kampfgiraffen bekannt vorkommen…

Alfons träumt von einem grünen Bundeskanzler Cem Özdemir und sieht in seinen östlichen Nachbarn „Vorschrifts-Poeten“, die vom Leben in der Kleingartenkolonie bis zur Kehrwoche alles bis ins Letzte regeln müssen. Alfons spricht aber auch über die Liebe, dafür sei er Weiterlesen

Michael Sens: Das Casanova-Prinzip

Michael SensWas Frauen wirklich hören wollen! Im Berliner Mehringhof-Theater erfahren Sie es. In den kommenden Tagen gibt es noch einmal Das Casanova-Prinzip zu sehen – von und mit Michael Sens, der im übrigen der Gewinner der diesjährigen Kabarett-Bundesliga ist.

Hier geht’s zur Rezension auf www.liveundlustig.de

Termine
Mi, 22. Juni bis Sa, 25. Juni, 20 Uhr: Berlin, Mehringhof-Theater

Kartentelefon: 691 50 99

www.michael-sens.de

Marc-Uwe Kling: Das Känguru-Manifest – Kritik

kaenguru-manifest

Nicht ganz unproblematisch: Das Zusammenleben mit einem boshaften Beuteltier

BERLIN (gc) – Auch wenn Revolutionen die arabische Welt erschüttern, promovierten Politikern reihenweise die Titel aberkannt werden und Baden-Württemberg nicht mehr von den Christdemokraten regiert wird – es gibt im Leben noch unerschütterliche Konstanten. Eine davon ist die Wohngemeinschaft des Marc-Uwe Kling. Der lebt mit einem Känguru zusammen und hat ganz schön zu leiden. An der Boshaftigkeit, am anarchischen Wesen und an den kommunistischen Gedanken seines Mitbewohners. In den Känguru-Chroniken hat er vor zwei Jahren erstmals vom Leben mit dem Tier berichtet. Jetzt ist er mit dem Känguru-Manifest erneut auf Tour.

Marc-Uwe Kling (Foto: Benedikt Wald)Kling, der sich auch als Poetry Slammer einen Namen gemacht hat, liest Kurzgeschichten vor. Das sind kängurudurchhüpfte Berliner Alltagsbeobachtungen eines Thirtysomethings, zugespitzt und auf die Spitze getrieben: Da sind die Touristen auf dem Alexanderplatz, die mit dem eigenen Fotoapparat fotografiert werden wollen oder die Probleme eines Radfahrers, der mit seinem Gefährt im Schienenersatzverkehr befördert werden möchte.
Alles feine Beobachtungen dessen, was ein Eingeborener aus eigenem Erleben kennt und verabscheut. Ab und zu drängelt sich auch eine brillante Idee in die Texte: Da wird ein Schachspiel beschrieben, bei dem Figuren des Deutschen Herbstes bewegt werden. Schnell muss dann der Axel Springer in Sicherheit gebracht werden und der BKA-Präsident schiebt sich schützend vor den Bundeskanzler. Im Laufe des Abends tauchen die Figuren aus den Kurzgeschichten immer wieder auf und kommen zusammen: Sie bilden ein asoziales Netzwerk, das als Anti-Terrorgruppe einen Anti-Terroranschlag verüben will. Aber Slam-Text bleibt Slam-Text, vor allem, wenn er recht monoton und oft verhaspelt vorgelesen wird. Diese Sorte von Understatement ist eben auch ein Stilmittel des Slams.

Die Texte wechseln sich mit Liedern ab. Zur Gitarre singt Marc-Uwe Kling von Leuten im falschen Job, von der Flugangst eines Flugzeug-Terroristen und von all dem Langweiligen im Leben. Der jungenhafte Charme des Künstlers überdeckt dabei die musikalisch überwiegend recht genügsamen Songs und die rauhe, wenig geformte Stimme. Schade auch, dass die dauernde Aneinanderreihung von Geschichte und Lied und Geschichte und Lied nach kurzer Zeit ermüdet. Die Lieder selbst treiben die Handlung des Abends nämlich nicht voran und nicht jedes Lied hat einen Bezug zu den Geschichten. Manchmal führen die Geschichten auch auf Nebengleise und in Kopfbahnhöfe, aus denen umständlich herausmanövriert werden muss. Das überwiegend junge Publikum im Berliner Mehringhoftheater zeigte sich sehr angetan. Das Känguru aus dem Buch hüpft dabei weiter von Thema zu Thema.

Gilles Chevalier © 2011 BonMot-Berlin Ltd.


Fr + Sa, 13. + 14. Mai: Berlin, Mehringhoftheater, Kartentelefon: 030.691 50 99
So, 26. Juni: Göttingen, Theater im op
Sa, 2. Juli: Hamburg, Polittbüro; Kartentelefon: 040.280 55 467

www.marcuwekling.de

Kabarett, Comedy und Chanson – Wohin in Berlin diese Woche? – 18

Frank Lüdecke © www.frank-luedecke.dePolitisches Kabarett vom Preisträger 2011 – vor dem Abendessen!
Frank Lüdecke: Die Kunst des Nehmens
Als er im März mit dem Deutschen Kleinkunstpreis 2011 in der Sparte Kabarett ausgezeichnet wurde, hat die Jury das so begründet: „Ein Querdenker, der klug und garstig zugleich Verbindungen herstellt, wo kaum einer sie zu vermuten gewagt hätte. Ausgehend von den Verwilderungen des Profanen philosophiert er sich mit wohlkalkulierter Präzision hinauf zu den Grundsatzfragen menschlichen Zusammenlebens„.
Nur ein paar Tage zuvor hatte er sein Programm Die Kunst des Nehmens in Berlin zur Uraufführung gebracht, in dem er die Vorzüge egoistischer Selbstbedienung untersucht und die Gegenmodelle: Von Jesus Christus über Robin Hood zu Bill Gates und Hartz IV. Lüdecke rätselt mit, ob die soziale Schere bereits ein Klappmesser ist, und warum die ersten „Solidarität“ für ein interaktives Online Game halten. Wer trägt hier eigentlich die Verantwortung? Die Regierung? Der Ethikverband Deutsche Wirtschaft? Oder diese verdammten elektrochemischen Gehirnprozesse, von denen man jetzt immer liest? Mit glückselig machenden Bindungshormonen und desillusionierten Nasszellendesignern aus Mecklenburg. Und mit Musik.
Wühlmäuse // Sa, 7.5. // 16 Uhr!!! // Karten ab 19,50 € // Kartentelefon: 030.30 67 30 11
www.wuehlmaeuse.de
für Ihre Terminplanung: nächste Aufführung bei den Wühlmäusen am 9. Juni um 20 h

Thomas Reis © www.theatertransfer.deReis-Festspiele im Mehringhoftheater
Kabarettist Thomas Reis spielt gesammelte Werke
Er gehört zu den besten seines Fachs: Thomas Reis, der Kölner Kabarettist mit badischem Migrationshintergrund. In den vier Tagen seines Berliner Gastspiels präsentiert er drei seiner Programme:
Machen Frauen wirklich glücklich? // Mi, 4.5.2011
Gibt’s ein Leben über 40? // Do, 5.5. + Sa, 7.5.2011
sowie sein neuestes Stück
ReisParteitag // Fr, 6.5.2011
Am besten schlagen Sie gleich Ihre Zelte im Mehringhof auf. Denn gut ausgeschlafen sollten Sie schon sein, wenn Sie dem rasanten Tempo dieses Wortkünstlers folgen können wollen!
Mehringhoftheater // Mi, 4.5. – Sa, 7.5. // 20 h // Karten Sa 20 €, Fr 17 €, sonst 15 € // ermäßigt Sa 15 €, Fr 13 €, sonst 10 € // Kartentelefon: 030.691 50 99
www.mehringhoftheater.de

Schreibhals © www.ohnerolf.chDas Auge hört mit – Pantomime ganz anders
Ohne Rolf: Schreibhals
Sprechen heißt bei Ohne Rolf blättern. Die beiden Schweizer zücken bis zu 1000 Plakate, um sich charmant zu unterhalten oder energisch anzubrüllen. Und auch die Zwischentöne sind nicht zu überhören. In ihrem frisch gedruckten Programm erhalten sie sogar Nachwuchs – ein kleiner Schreibhals kommt zu Wort. Sprechen lernen will er, um nicht mal so zu enden wie seine Eltern. „Womit er ihnen wirklich mehr als Unrecht tut, denn ein Programm wie dieses macht den beiden Schweizern so schnell keiner nach.“ (Bonner Generalanzeiger) Diese erlesene Komik voller Stummsinn überhöht unseren alltäglichen Papierkram in noch nie geahnte Dimensionen.
Bar jeder Vernunft // Di, 3.5. – So, 8.5. // 20 h, außer So: 19 h! // Karten 23,80 – 32 € // ermäßigt 12,50 €, nur an der Abendkasse für Schüler, Studenten und Arbeitslose // Kartentelefon 030.883 15 82
www.bar-jeder-vernunft.de

JundulaComedy-Fahrschule mit Berliner Schnauze
Jundula Deubel: Abgefahren – was tun, wenn´s bremst?
Das sympathische Großmaul wagt sich hinters Lenkrad und versucht in 178 Fahrstunden, den Führerschein zu machen. Im Theorie-Unterricht ist sie in guter Gesellschaft: Machmut, der auf dem Weg zum Mofa- Führerschein im Nebel verschwindet und nie wieder herauskommt; ihr sächsischer Fahrlehrer Gerd, der vor Massenkarambolagen bei Aquaplaning warnt, und nicht zuletzt Jaqueline, die sich fragt, ob man auf dem Grunde eines Sees weiterfahren kann, wenn man die Fenster zulässt. – Wird Jundel am Ende stolz ihren Führerschein in den Händen halten oder war alles umsonst? – hier geht’s zur liveundlustig-Besprechung
Comedy Club Kookaburra // Do, 5.5. – Sa, 7.5. // 20.30 h // Karten Do 10 €, Fr + Sa 14 € // ermäßigt Do 8 €, Fr + Sa 11€ // Kartentelefon: 030.486 231 86
www.comedyclub.de

die Mosis - BustourBergausflug mit Jodelkurs
Comedy-Bustour: Der Kreuzberg ruft!
Wer lieber richtig rumkutschiert werden möchte, als sich nur was über’s Fahren erzählen zu lassen, sollte sich ein Ticket für den Comedy-Bus besorgen. An diesem Sonnabend erklären Euch die Mosis den Berliner Bezirk Kreuzberg. Das prachtvolle Gespann von Mutter und Tochter versteht es, sein Publikum mit Natürlichkeit, Mutterwitz und Blödsinn zu begeistern. Seit Jahren wird das temperamentvolle Duo als die Berliner Volksmusikköniginnen gefeiert. Jetzt lassen es die Mosis auf ihrer neuen Comedybustour Der Kreuzberg ruft! zünftig krachen! Sie zeigen Euch, wo Berlin noch durchgeknallter ist als der Musikantenstadl! Aprés Ski im Sommer, denn bei den Mosis heißt es: Unterm Dirndl wird gejodelt! Mit den unvergleichlichen Damendarstellern Bob Schneider als Adolphine und Stefan Bachtejeff als Erdmute Untermoser.
Wer mit den Mosis jodeln will, bitte anmelden bei der Tickethotline: 030.61 10 13 13 // Abfahrt ist um 18 Uhr vor der Sparkasse am Nollendorfplatz // Fahrkarte: 23 €
www.comedy-im-bus.de
für Ihre Terminplanung: Der Kreuzberg ruft! — das nächste Mal am 4. Juni

Kabarett, Comedy und Chanson – Wohin in Berlin diese Woche? – 17

In Berlin ist einfach furchtbar viel los. Zur Orientierungshilfe habe ich eine Auswahl mit meinen Highlights der nächsten Tage zusammengestellt.

Christoph Sieber: Alles ist nie genugErnsthaft komisch und herzlich böse
Christoph Sieber: Alles ist nie genug
Der Kabarettist und Comedian präsentiert in Bonbonpapier gehüllten Zynismus. In Zeiten, in denen nicht nur die Politikverdrossenheit immer weiter um sich greift, sondern auch die Politiker genug vom Bürger haben, zeigt er, dass in jeder Aussage, in jeder Tat eine Komik steckt, über die es sich zu lachen lohnt. Eine Mischung aus Kritik und Unfug, aus Ernst und Klamauk. Bei ihm ist Kabarett auch Wut, über die man lachen kann. Weiterlesen

Neuer Service: Terminkalender Berlin

Beate Moeller (c) foto carlo wankaLiebe Freundinnen und Freunde der Unterhaltungskunst, liebe Berlinerinnen und Berliner, herzlich willkommen Ihr Touristinnen und Touristen,
rechtzeitig vor Ostern legt Euch allen live & lustig ein echtes Überraschungsei ins Nest! Eine kleine, bescheidene, subjektive Auswahl dessen, was man in dieser komischen Großstadt so erleben kann. Einfach mal oben auf den Reiter Was wird gespielt? Berlin im April 2011 klicken!
Viel Vergnügen
wünscht
Beate Moeller

Freiburger Leitern für FiL und Muttis Kinder

FREIBURG (bm) – Die Preisträger 2011 der Internationalen Kulturbörse Freiburg stehen fest. Live & lustig gratuliert!

filIn der Sparte ‚Darstellende Kunst‘ hat der Kultkomiker FiL aus Berlin gewonnen. Der Comedykünstler und Cartoonist ist ein Meister der Improvisation, der sich immer wieder neu erfindet. FiL ist wie die Spree, ständig im Fluss und oft auch genauso schmutzig. Wie ein Fluss über seine Ufer tritt, so überschreitet FiL mit frecher Klappe die Grenze zwischen Comedy und Singer-Songwriter-Entertainment. Hinter all den prolligen und kühnen Sprüchen steckt ein aufmerksamer und kritischer Beobachter. Die Berner Zeitung hält ihn für „den komischsten Deutschen der Welt“ und das Zeit Magazin findet: “Nicht einfach heiter: zum Brüllen komisch!“.

FiL tritt regelmäßig im Berliner Mehringhof-Theater auf, das nächste Mal am 13. Februar mit der ‚Großen Sharkey Show‘. Am 19. Februar zeigt er ‚Tauben – Delfine der Lüfte‘ im Polittbüro Hamburg.

muttis kinderIn der Sparte ‚Musik‘ hat das AcapellaTrio ‚Muttis Kinder‘ gewonnen. Bei den drei singenden Schauspielern Claudia Graue, Christopher Nell und Marcus Melzwig trifft choreographierter Slapstick auf akustische Überraschungsangriffe, sensible Chansoninterpretation auf hinreißende Imitation von Schlagzeug- und Klangeffekten. Rock und Pop trifft auf Klassik und Jazz, Perfektion auf Improvisation. Das Trio besteht seit 2004. Seit 2007 spielen sie ihr Programm „Guter Mond, du gehst so stille… – Muttis Kinder singen von Mozart bis Morissette“.

Am 17. März treten ‚Muttis Kinder‘ im Heimathafen Neukölln in Berlin auf.

www.kulturboerse-freiburg.de
Die Internationale Kulturbörse Freiburg hat in den ersten Februartagen 2011 zum 23. Mal stattgefunden. Die Preisträger in beiden Sparten wurden ermittelt durch eine Abstimmung der Besucher der Fachmesse, auf der sich 170 Künstler und Gruppen mit Kurzauftritten vorgestellt haben.
Beide Gewinner nehmen dadurch an der Kulturbörse 2012 teil. Sie erhalten eine Einladung zum Zelt-Musik-Festival in Freiburg und zur Künstlerbörse der Schweiz. Zudem dürfen sie sich über die Skulptur der Freiburger Leiter freuen und jeweils einen Scheck über 1.500 Euro Preisgeld.

Beate Moeller © 2011 BonMoT-Berlin Ltd.

Jahresendzeitprogramm zieht Quintessenz 2010 – Premierenkritik

Jahresendzeitprogramm_2010_01

Der kabarettistische Jahresrückblick im Mehringhoftheater

BERLIN (bm) – Ein Jahreswechsel ohne Jahresendzeitprogramm ist nicht mehr vorstellbar. Nur einige Tage im Dezember und Januar treten sie gemeinsam auf: Die beiden Vorleser Bov Bjerg und Horst Evers in Begleitung des Klavier spielenden Geschichtenerzählers Manfred Maurenbrecher bildeten bis 2008 noch das ‚Mittwochsfazit‘. Zusammen mit dem Parodisten Hannes Heesch und Christoph Jungmann ziehen sie als ‚Jahresendzeitteam‘ die Quintessenz des Jahres. Weiterlesen

Nach den Auftritten im Berliner Mehringhof-Theater gibt es den kabarettistischen Jahresrückblick 2010 mit dem Jahresendzeitprogramm in den kommenden Tagen hier zu erleben:

09. Januar Berlin, Komödie am Kurfürstendamm, 12 Uhr und 20 Uhr
12. Januar Düsseldorf, Sparkasse
13. Januar Düsseldorf, Sparkasse
14. Januar Kiel, Metro
15. Januar Kiel, Metro
16. Januar Kiel, Hansa 48, 11 Uhr
16. Januar Hamburg, Polittbüro, 20 Uhr

Jahresendzeitprogramm_2010_02

Willkommen KabarettAT – danke Peter Blau

Langsam und müßig ernährt sich das Eichhörnchen, schnell und freudig bekommen wir jetzt Unterstützung von Peter Blau. Er schreibt regelmäßig die Kritiken auf KABARETT AT und hat einen hervorragenden Einblick in die österreichische Kleinkunstszene. Dank der neuen Partnerschaft, können wir Ihnen sogar Programme der dortigen regionalen Künstler vorstellen. In diesem Sinne viel Spaß beim Erkunden.
Alfred Dorfer sagte in einem Interview mit der Österreichischen Zeitung ‚Die Presse‘:
„Der Deutsche hat die österreichische Schnelligkeit des Humors nicht“
– Ich freu mich jetzt schon auf die ausländischen Beiträge –
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kabarettAT