Heinrich Pachl ist gestorben – Nachruf

Heinrich Pachl © theaterkontorKÖLN (mk) – Die Nachricht vom Tod des Kölner Kabarettisten Heinrich Pachl in der Nacht zum Sonntag in seinem Haus in Köln Nippes spricht sich wie ein Lauffeuer im Freundes- und Bekanntenkreis herum: Obwohl bekannt war, dass er vor rund zehn Jahren an Krebs erkrankt war, will man kaum glauben, dass es den „Agenten für vertrauensstörende Maßnahmen“ nicht mehr geben soll. „Nicht zu fassen“ hieß 1994 sein erstes Soloprogramm. Das letzte, mit dem er im März 2011 Premiere feierte „Das überleben wir“.

Der 1943 im baden-württembergischen Nordrach geborene Kabarettist gehörte zu jenen Zeitgenossen, die sich immer und überall dort einmischten, wo der „Fisch vom Kopf her stinkt“, also da, wo die Mächtigen in Politik und Gesellschaft über die Köpfe der Bevölkerung hinweg agieren. Weiterlesen

Portrait Arnulf Rating – heute im Deutschlandfunk

Stresstest fürs Vaterland

KÖLN (bm) – Am 10. Oktober ist Arnulf Rating 60 Jahre alt geworden. Harald Pfeifer gratuliert dem Kabarettisten zum 60. Geburtstag – heute Abend um 21.05 Uhr in einer Querköpfe-Sendung im Deutschlandfunk, mit einem Querschnitt seiner Kabarettisten-Laufbahn:

Arnulf Rating © www.conanima.deDrei Jahrzehnte Anarchie – so könnte man das Schaffen Arnulf Ratings kurz und treffend zusammenfassen. Rating ist ein Kabarettist von der linken Basis, kam er doch in den siebziger Jahren als Student in ein durch und durch politisiertes Berlin.

Dort wurde er zum Straßenkünstler, Kabarettisten, Großstadtrebellen. Zusammen mit Günther Thews und Hans-Jochen Krank gründete er 1977 die „Drei Tornados“, ein Ensemble, das sich als „Spaßguerilla-Theater“ verstand und nur zu gern aneckte.

Selbst im Osten des damals noch geteilten Berlins, wo die Tornados heimliche Wohnzimmerauftritte absolvierten, die der Stasi nicht entgingen. Kurz nach dem Mauerfall löste sich das Trio auf, und Rating veranstaltete den „Reichspolterabend“, zusammen mit vier der damals größten Stars des politischen Kabaretts: Matthias Beltz, Heinrich Pachl, Horst Schroth und Achim Konejung.

Genau genommen ist Rating seit 1993 Solist. So genau nimmt er es aber nicht. An seinem „Blauen Montag“ im Tempodrom bot er jahrelang jüngeren Kollegen ein Podium, was er mit dem „Blauen Mittwoch“ nun in Frankfurt (Oder) fortführt.

Eine feste Institution ist längst auch sein politischer Aschermittwoch, den er neben seinen jeweils aktuellen Soloprogrammen seit sechs Jahren präsentiert. Bei allen Aktivitäten hält er sein Niveau als Meisterspötter, wie er im Buche steht: schnell, präzise und respektlos.

Sendung:
Mittwoch, 12. 10. 2011, Deutschlandfunk, Querköpfe, 21.05 bis 22 Uhr:
Stresstest fürs Vaterland. Dem Kabarettisten Arnulf Rating zum 60.
Von Harald Pfeifer

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Tacheles in der Arena – Politischer Aschermittwoch 2011