Alles Banane, der Flügel glänzt – Kritik

Hagen Rether – Foto © Klaus ReineltHagen Rether mit „Liebe“ bei
“Quatsch keine Oper”

BONN (rh) – In der ausverkauften Oper empfangen die Bonner Hagen Rether enthusiastisch. Er nimmt auf dem Drehstuhl vor seinem Steinway-Flügel Platz und wirft ein freundliches “Nabend…nahhh…wie ist die Freiheit?” in den getäfelten Saal.

Die Kritik ist schnell geschrieben. „Hagen Rether war mal wieder genial.“ Ende.

Ausführlicher? Fangen wir doch einfach mal von hinten an, vier Stunden später: Hagen Rether beendet den Abend um 22.54 Uhr mit den Worten: “Seien Sie gut zu Ihren Kindern!”

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Ein politisch-melancholisch, aufrüttelnd-beruhigender Abend – Kritik

Wilfried Schmickler - Foto www.wilfriedschmickler.deWilfried Schmickler:
„Ich weiß es doch auch nicht“

BERLIN (gc) – Böse und laut – das ist Wilfried Schmickler! Jedenfalls wenn man ihn nur nach den Nummern beurteilt, mit denen er traditionell die „Mitternachtsspitzen“ im WDR-Fernsehen beendet.

In Wirklichkeit ist er wesentlich vielseitiger. Das beweist er seit August 2012 mit seinem neuen Programm „Ich weiß es doch auch nicht“. Seine gefeierte Berlin-Premiere erlebte das Programm in den ausverkauften Berliner Wühlmäusen.

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Kom(m)ödchen: Freaks. Eine Abrechnung – Kritik

Kommödchen Freaks – Foto © Christian RolfesDie Freaks sind unter uns

LEIPZIG (jf) – Wo finden „Dönermorde“, Bundeswehrreform, Verfassungsschutz, Gauck und Multikulti zusammen? Im politischen Kabarett. In ihrem Programm „Freaks. Eine Abrechnung“ zeigen Maike Kühl, Christian Ehring und Heiko Seidel vom Düsseldorfer Kom(m)ödchen, wie das Genre mit Spiellust überzeugt. Nach „Couch. Ein Heimatabend“ und „Sushi. Ein Requiem“ geht es im dritten Teil der Trilogie um Scheinwelten, Doppelmoral und die überforderte Gesellschaft. Am 23. Februar waren sie im Leipziger Academixer-Keller zu Gast.

Sammy Boehme ist der Prototyp des dämlichen Fernsehunterhalters. Er verwechselt Tripper und Tripolis und hält Voltaire für den Erfinder der Autobatterie. Passend zu seiner inneren Leere Weiterlesen

Kabarett total – Matthias Deutschmann

Matthias Deutschmann: Deutsche, wollt ihr ewig leben?

Matthias Deutschmann (Foto © Sabine Schnell)BERLIN – Nach einem guten Jahr Bühnenabstinenz ist der Großmeister des politischen Kabaretts zurück und mischt sich ein. Uraufführung war vor ein paar Tagen in München, jetzt kommt Deutschmann nach Berlin.

Was ist los in Deutschland? Kaum ist die letzte Finanzkrise abgeflaut, ruft ein Hobbydarwinist unter großem Beifall den deutschnationalen Notstand aus: Das deutsche Humankapital verflüchtigt sich. Der Kampf um’s globalisierte Dasein wird härter. Dummerweise werden die Deutschen immer dümmer. Und das aus eigener Kraft.

Was ist das für ein Land, wo Lobbyisten die Kanzlerin durch und durch regieren? Schwarz und Gelb sind die Schreckfarben der Politik, und Grün leuchtet so hell, dass es fast blendet. Schwaben proben den Aufstand gegen Land, Bund und Bahn, und hinter den Kulissen der CDU ist der Teufel los, denn es kommt was von rechts!

Höchste Zeit, sich den Deutschen Zirkus mit seinen Dompteuren, Nationalakrobaten und Pausenclowns mal näher anzusehen, findet Matthias Deutschmann.

Do, 7. April bis Sa, 9. April 2011: Berlin, Wühlmäuse
Mi, 13. April 2011: Mönchengladbach, Rotes Krokodil
Do, 14. April 2011: Witten, Werkstatt

www.matthiasdeutschmann.de