Rückblick der Wiederholungstäter 2014 – Volkmar Staub & Florian Schroeder

Florian Schroeder und Volkmar Staub – Foto © Frank Eidel
Florian Schroeder und Volkmar Staub – Foto © Frank Eidel

Volkmar Staub & Florian Schroeder: „Zugabe – Der kabarettistische Jahresrückblick 2014“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Um den Jahreswechsel herum lassen Florian Schroeder und Volkmar Staub das vergangene Jahr Revue passieren. Zwei Tage lang haben sie ihre Zusammenfassung in den Berliner Wühlmäusen präsentiert – noch bis Ende Januar sind sie bundesweit unterwegs.

Es ist das Schöne an diesem Programm, dass es jedes Jahr unter den gleichen Rahmenbedingungen stattfindet: An beiden Seiten der Bühne sitzen Staub und Schroeder jeweils an ihrem Tisch und reden miteinander. Es sind geschliffene Dialoge, die ein wenig an ein Late-Night-Format im Fernsehen erinnern. Geschickt gleiten die beiden von Thema zu Thema, ergänzen sich oder bremsen einander ab. Weiterlesen

Das Wüste Gobi: Freie Sicht auf die Ambiente – Premierenkritik

„Einer weniger zu sein, ist auch wichtig“: Phoenix spreizt die neuen Federn

Das wüste Gobi 152 – Foto © Inge Braune
Klangkunst, Wortwerk, Körpersprache: „Das wüste Gobi“. Peter Wilmanns (links) und Buddy Sacher bei der Welturaufführung des ersten Duo-Programms „Freie Sicht auf die Ambiente“ in Niederstetten.

NIEDERSTETTEN (ib) – Sechs mal gastierte „Ars Vitalis“ in Niederstetten. Das Trio Klaus Huber, Buddy Sacher und Peter Wilmanns war längst auch für diese Saison fest eingeplant. Zum Jahreswechsel starb Klaus Huber, der Schlagzeuger der Truppe, die sich 1979 gefunden hatte und sich zum Gesamtkunstwerk wider alle Genregrenzen auswuchs.

Der Schock sitzt tief. Klaus Huber, Schlagzeuger und so nur „ganz selten zu findendes anarchistisches Element und Temperament“ (Norbert Bach, Kulturamtsleiter Niederstetten), fehlt. Die Folge: „Ars Vitalis“ ist nicht mehr. Zu schade. Und völlig logisch: Kunst dieser kongenialen Art ist nicht ersetz- und fortführbar. Weiterlesen

Andreas Rebers: Ich regel das – Kritik

Andreas Rebers - Foto © Janine Guldener

Die Ente ist weiter

WIEN (pb) – Mit angemessener Schamlosigkeit bedient sich Andreas Rebers in seinem neuen Solo der hohlen Sprache und der ärgerlichen Argumentationsketten von Politikern und Polemikern, Priestern, Propheten und anderen Predigern. Stets im geistreichen Dienste der hinterfotzigen Provokation, versteht sich. Nein, versteht sich offenbar nicht immer. Dass bei den gelegentlich erzreaktionär anmutenden Überzeugungen, der zu Selbstjustiz neigenden Blockwartmentalität oder der kleinkarierten Umweltschutzverhöhnung stets böse Ironie mitschwingt, überfordert gelegentlich sogar das Kleinkunstpublikum. „Die Satirefähigkeit im Kabarett ist eine begrenzte“, stellt er im Anschluss an die Wien-Premiere an der Niedermair-Bar ernüchternd fest. Aussagen auf Umwegen versickern auf dem Weg zum Verständnis Weiterlesen